The Republic of Turkey - Die Republik Türkei

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Mustafa Kemal Atatürk

 

Mustafa Kemal Atatürk, the founder of the Turkish Republic and its first President, stands as a towering figure of the 20th Century. Among the great leaders of history, few have achieved so much in so short period, transformed the life of a nation as decisively, and given such profound inspiration to the world at large.

Emerging as a military hero at the Dardanelles in 1915, he became the charismatic leader of the Turkish national liberation struggle in 1919. He blazed across the world scene in the early 1920s as a triumphant commander who crushed the invaders of his country. Following a series of impressive victories against all odds, he led his nation to full independence. He put an end to the antiquated Ottoman dynasty whose tale had lasted more than six centuries - and created the Republic of Turkey in 1923, establishing a new government truly representative of the nation's will.

As President for 15 years, until his death in 1938, Mustafa Kemal Atatürk introduced a broad range of swift and sweeping reforms - in the political, social, legal, economic, and cultural spheres - virtually unparalleled in any other country.

His achievements in Turkey are an enduring monument to Atatürk. Emerging nations admire him as a pioneer of national liberation. The world honors his memory as a foremost peacemaker who upheld the principles of humanism and the vision of a united humanity. Tributes have been offered to him through the decades by such world statesmen as Lloyd George, Churchill, Roosevelt, Nehru, de Gaulle, Adenauer, Bourguiba, Nasser, Kennedy, and countless others. A White House statement, issued on the occasion of "The Atatürk Centennial" in 1981, pays homage to him as "a great leader in times of war and peace". It is fitting that there should be high praise for Atatürk, an extraordinary leader of modern times, who said in 1933: "I look to the world with an open heart full of pure feelings and friendship".

Mustafa Kemal Atatürk

Mustafa Kemal Atatürk (* 1881 in Saloniki (heute Thessaloníki); † 10. November 1938 in Istanbul), ist der Begründer der modernen Türkei mit dem Staatsprinzip des Kemalismus und erster Präsident der (nach dem Ersten Weltkrieg) aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei.

Seine Verdienste als Offizier bei der Verteidigung der Halbinsel Gallipoli 1915 gegen australisch-neuseeländische Truppenverbände, welche die Dardanellen für England unter Kontrolle bringen sollten, sowie im türkischen Unabhängigkeitskrieg von 1919 bis 1922 sicherten ihm hohes Ansehen. Als Machtpolitiker von eigener Art, der die Modernisierung seines Landes nach westlichem Vorbild unermüdlich vorantrieb, hat er mit der Trennung von Religion und Staat (Laizismus), mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit weitreichenden gesellschaftlichen Reformen einen in dieser Form einmaligen Staatstypus geschaffen. Daher sind die personenkultartige Verehrung, die ihm in der Türkei bis heute entgegengebracht wird, und die Unangefochtenheit des ihm auf eigenen Vorschlag 1934 vom türkischen Parlament verliehenen Nachnamens „Atatürk“ (‚Vater der Türken‘) trotz mancher Schattenseiten seines Wirkens durchaus begreiflich.

Im Januar 1921 errangen die Truppen der Befreiungsarmee unter İsmet Pascha bei İnönü einen ersten großen Sieg über die Griechen, dem ebenda im März 1921 ein zweiter folgte. Angesicht nochmaliger griechischer Truppenverstärkungen ordnete Mustafa Kemal danach einen vorläufigen taktischen Rückzug an und ließ sich in Vorbereitung des Entscheidungskampfes mit unbegrenzten Vollmachten als militärischer Oberbefehlshaber ausstatten. Mit einem die Griechen überraschenden Konzept flexibler Flächenverteidigung – statt eines starren Stellungskriegs – gelang es ihm am Sakarya-Fluss im August 1921 die Gegner erneut zurückzuschlagen. Dafür verlieh ihm die Nationalversammlung in Ankara den ehedem einem Sultan vorbehaltenen Ehrentitel Gazi.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern. (zitiert nach Grohnau)

Dieses Programm hat er tatsächlich Zug um Zug verwirklicht, sobald er als Stratege im Befreiungskampf des türkischen Volkes gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Einschnitte in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung propagierte anstelle des für das ganze Osmanische Reich typischen Fes‘. Am 2. September 1925 wurde das Tragen religiöser Trachten wie Pluderhosen und Turbane verboten. Ausgenommen waren nur islamische Geistliche bei der Verrichtung ihres Amtes in der Moschee oder bei Beerdigungen. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit Fes angetroffen wurde, riskierte eine Gefängnisstrafe. In Ostanatolien erhob sich gegen die Hutrevolution teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. Von sogenannten Freiheitsgerichten wurden in diesem Zusammenhang sogar 138 Todesurteile ausgesprochen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurden die osmanischen Sprachen in der arabischen Schrift notiert, was seinen Grund in der islamischen Tradition hatte. Mustafa Kemal ließ die arabische Schrift durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der türkischen Sprache besser entspricht als das arabische. Die türkische Sprache enthält acht Vokale, im Gegensatz zum Arabischen mit drei Vokalen, weshalb sich die arabische Schrift denkbar schlecht für die Niederschrift des Türkischen eignet. Außerdem lässt es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen und verstärkte die durch Atatürk angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte Mustafa Kemal persönlich Hand an, indem er mit Tafel und Kreide umherreisend Unterricht erteilte. Den Koran ließ er ins Türkische übertragen und las im Dolmabahçe-Palast als erster aus der Übersetzung vor. Die Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen.

Vater der Türken (seit 1934) Am Ende des umfänglichen und durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, das zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandswesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jedem Bürger der Türkei wurde ein Nachname zugeordnet. Mustafa Kemal selbst ließ sich von der Nationalversammlung den Namen Atatürk (Vater der Türken) als Nachnamen zuschreiben. Auch für einige Vertraute und Weggefährten suchte er die künftigen ehrenden Nachnamen aus, so auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident.

Turkey - geography

The lands of Turkey are located at a point where Asia, Africa and Europe are closest to each other, and straddle the point where Europe and Asia meet. Geographically, the country is located in the northern half of the hemisphere at a point that is about halfway between the equator and the north pole, at a longitude of 36 degrees N to 42 degrees N and a latitude of 26 degrees E to 45 degrees E. Turkey, as a country roughly rectangular in shape, has a width of approximately 550 kilometers and a length of approxiamately 1500 kilometers.

Because of its geographical location, the mainland of Anatolia has always found favor throughout history, and is the birthplace of many great civilizations. It has also been prominent as a centre of commerce because of its land connections to three continents and the sea surrounding it on three sides.

The actual area of Turkey inclusive of its lakes is 814,578 square kilometers, of which 790,200 are in Asia and 24,378 are located in Europe.

The land borders of Turkey are 2,949 kilometers in total, and coastlines (including islands) are another 8,333 kilometers. Turkey has two European and six Asian countries for neighbours along its land borders.

The land border to the northeast with Georgia is 276 kilometers long; to the east with Armenia is 328 kilometers long and that with Azerbaijan (Nakhichevan) is 18 kilometers long. The land border to to the southeast with Iran is 560 kilometers long; to the south with Iraq is 384 kilometers long, and that with Syria is 911 kilometer long, which took its present form in 1939, when the Republic of Hatay joined Turkey. Turkey's borders on the European continent consist of a 203-kilometer frontier with Greece and a 269-kilometer border with Bulgaria.

Die Türkei - Geographie

Die Republik Türkei, die sich am Knotenpunkt der Kontinente Asien, Europa und Afrika befindet, ist im Osten mit Georgien, Armenien, Nachitschewan und dem Iran, im Westen mit Bulgarien und Griechenland und im Süden mit Syrien und dem Irak benachbart. Diese Landesgrenzen wurden zum Großteil in Abkommen nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches festgelegt. Die Türkei ist auf Grund ihrer Lage eine Brücke, mit der sich die alte asiatische türkische Kultur nach Europa erstreckt und die ein Fenster des Westens zum Osten ist. Die Küsten der an drei Seiten von Meeren (Mittelmeer, Schwarzes Meer und Agais) umgebenen Türkei machen letztere nicht allein mit den nahegelegenen Landern, sondern mit der ganzen Welt zum Nachbarn. Wegen ihrer langen Küsten und ihrer Brückenrolle zwischen den Kontinenten war die Türkei stets Zentrum von Handelsstraßen und Wanderungsrouten. Vielleicht auch aus diesem Grund ist die Türkei Mitglied der NATO und spielt bei dem Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation unter den islamischen Landern eine aktive Rolle.

Die Republik Türkei hat eine Fläche von 814.578 km². 3% der Landesterritorien liegen auf dem europäischen Kontinent; das betreffende Gebiet wird "Thrazien" genannt. Der auf dem asiatischen Kontinent liegende 97prozentige Teil wird allgemein "Anatolien" genannt. Die einem Viereck ähnelnde Türkei ist 550 km breit und 1500 km lang. Den östlichsten Punkt bildet die Kreuzung der türkischen mit der iranischen und nachitschewanischen Grenze. Die westlichste Stelle dagegen ist das Avlaka Kap auf der Insel Gökçeada. Im Norden bildet das İnceburun Kap im Bezirk Sinop und im Süden das Dorf Beysun in Hatay die am entferntesten liegenden Orte. Die Meeresgrenzen haben eine Länge von 8.333 km, die territorialen Grenzen dagegen sind 2.875 km lang. Die Türkei verfügt unter ihren Nachbarn über die größte Fläche mit Ausnahme des Iran. Die Einwohnerzahl der Türkei beträgt rund 68 Millionen (2000). Sie wird 2010 schätzungsweise bei rund 74 Millionen liegen. Die Bevölkerungsdichte weist in der Türkei je nach Region Unterschiede auf. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in den Küstenregionen. Die inneren Landesteile haben dagegen eine niedrigere Bevölkerungsdichte. Ab den 50er Jahren wurde des Bevölkerungswachstum nicht mehr gefordert, sondern die Familienplanung durchgeführt.

Geographical Regions - Die Landschaft

Turkey is generally divided into seven regions: the Black Sea region, the Marmara region, the Aegean, the Mediterranean, Central Anatolia, the East and Southeast Anatolia regions.

Wenn man auf eine geographische Karte schaut, die die verschiedenen Landschaften in unterschiedlichen Farben wiedergibt, dann sieht man, dass die Türkei im allgemeinen ein hoch liegendes Land mit einer abwechslungsreichen Landschaft ist. Berge nehmen in der Türkei große Flächen ein. Daneben gibt es aber auch viele flache Gebiete, also Ebenen, Plateaus und Becken. Diese geographische Struktur bedingt eine klimatische Vielfalt, die zugleich die Besiedlung und das wirtschaftliche Leben beeinflusst. Die Türkei ist in sieben große geographische Gebiete eingeteilt, wobei das Klima, die Flora und die Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte in Betracht gezogen wurden. Die geographischen Gebiete sind: das Mittelmeergebiet, das Ägäische Gebiet, das Marmaragebiet, das Schwarzmeergebiet, Zentralanatolien, Ostanatolien und Südostanatolien.

The uneven north Anatolian terrain running along the Black Sea resembles a narrow but long belt. The land of this region is approximately 1/6 of Turkey's total land area.

Die höchste Stelle der Nordanatolischen Berge im Schwarzmeergebiet ist die Kaçkar Spitze, gefolgt von den Bergen Ilgaz und Köroğlu. Die Ebenen von Bafra, Çarsamba und Merzifon bilden für die Landwirtschaft geeignete Flächen.

The Marmara region covers the area encircling the Sea of Marmara includes the entire European part of Turkey, as well as the northwest of the Anatolian plain. Whilst the region is the smallest of the regions of Turkey after the Southeast Anatolia region, it has the highest population density of all the regions.

Im Marmaragebiet befinden sich die Samanlı Berge, der Uludağ Berg, die Istranca Berge und der Tekirdağ Berg. Die wichtigsten Berge des Ägäischen Gebiets sind Kozak, Yunt und Aydın. Die Ebenen von Bakırçay, Gediz, Büyük und Küçük Menderes machen die tief gelegenen Teile aus.

The most important peak in the region is Uludag (2,543 metres), at the same time it is a major winter sports and tourist centre. In the Anatolian part of the region there are fertile plains running from east to west.

Der wichtigste Berggipfel in der Region ist Uludag (2543 m), es ist gleichzeitig Wintersportort und Tourismus Zentrum.

 

The Aegean region extends from the Aegean coast to the inner parts of western Anatolia. There are significant differences between the coastal areas and those inland, in terms of both geographical features and economic and social aspects.

Die Ägäische Region erstreckt sich von der Ägaischen Küste bis in die inneren Gebiete von Westanatolien. Dort herrschen bemerkenswerte Unterschiede zu den Küstenregionen, was die geographischen Merkmale oder wirtschaftlichen und sozialen Aspekte betrifft. 

In general, the mountains in the region fall perpendicularly into the sea and the plains run from east to west. The plains through which Gediz, Kücük Menderes and Bakircay rivers flow carry the same names as these rivers.

In the Mediterranean region, located in the south of Turkey, the western and central Taurus Mountains rise up closely behind the coastline. The Amanos mountain range is also in the area.

Im Westen dagegen sind die Berge weniger hoch. Im Ägäischen Gebiet und in der Marmararegion gibt es keine Bergketten, hier herrschen Becken vor. Genau wie in den mittleren Landesteilen bedecken auch das südostanatolische Gebiet weite Ebenen, aber auch die Ausläufer des Taurusgebirges. Das Taurusgebirge erstreckt sich die Mittelmeerkuste entlang.

The Central Anatolian region is exactly in the middle of Turkey and gives the appearance of being less mountainous compared with the other regions. The main peaks of the region are Karadag, Karacadag, Hasandag and Erciyes (3.917 metres).

Die wichtigsten Berge in Zentralanatolien sind Kızıldağ, Hasan Dağı, und die Berge İdris, Elma und Ayas.

 

The Eastern Anatolia region is Turkey's largest and highest region. About three fourths of it is at an altitude of 1,500-2,000 metres. Eastern Anatolia is composed of individual mountains as well as of whole mountain ranges with vast plateaus and plains. The mountains: There are numerous inactive volcanoes in the region including Nemrut, Suphan, Tendurek and Turkey's highest peak, Mount Agri (Ararat), which is 5,165 metres high.

Der höchste Berg der Türkei, der Büyük Ağrı Dağı (Ararat) mit 5.137m Höhe sowie der nahegelegene Süphan Berg, ein alter Vulkan, liegen in Ostanatolien. Die Berge Karacadağ, Raman und Sof sind wichtige Berge Südostanatoliens.

At the same time, several plains extend along the course of the River Murat, a tributary of the Firat (Euphrates). These are the plains of Malazgirt, Mus, Capakcur, Uluova and Malatya.

The Southeast Anatolia region is notable for the uniformity of its landscape, although the eastern part of the region is comparatively more uneven than its western areas.

Gleichzeitig erstrecken sich verschiedene Ebenen entlang der Gegend des Flusses Murat, ein Seitenarm des Firat (Euphrat). Das sind die Ebenen von Malazgirt, Mus, Capakcur, Uluova und Malatya.

Die südostanatolische Region ist bemerkenswert für die Einheitlichkeit ihrer Landschaft, obwohl der östliche Teil der Region eher vergleichbarer als die westlichen Regionen sind.

Coastlines

Turkey is surrounded by sea on three sides, by the Black Sea in the north, the Mediterranean in the south and the Aegean Sea in the west. In the northwest there is also an important internal sea, the Sea of Marmara, between the straits of the Dardanelles and the Bosphorus -- important waterways that connect the Black Sea with the rest of the world.

The mountains in the Black Sea region run parallel to the coastline and the coasts are fairly smooth without too many indentations or projections. The Black Sea coastline in Turkey is 1,595 kilometers and the salinity of the sea is 17%.

The Mediterranean coastline runs for 1,577 kilometers and here too the mountain ranges are parallel to the coastline. The salinity level of the Mediterranean is about double that of the Black Sea.

Although the Aegean coastline is a continuation of the Mediterranean coast it is quite irregular because the mountains in the area are perpendicular to the Aegean Sea. As a result, the Aegean Sea coast is over 2,800 kilometers long. The coastline faces many islands.

The Marmara Sea is located totally within national boundaries and occupies an area of 11,350 square kilometres. The coastline of the Marmara Sea is over 1,000 kilometers long; it is connected to the Black Sea through the Bosphorus and to the Mediterranean through the Dardanelles.

Die Küsten und Grenzen

Obwohl das Land in der Mitte von Erdmassen liegt, ist es über Wasserstraßen mit den großen Ozeanen verbunden, da es an drei Seiten von Meeren umgeben ist. Das Marmarameer und die Meerengen sind ebenfalls sehr wichtige Wasserstraßen, die das Tor des Schwarzen Meeres zur Außenwelt bilden. Das gänzlich innerhalb der türkischen Grenzen liegende Marmarameer ist über den Bosporus mit dem Schwarzen Meer und über die Dardanellen mit der Ägäis und dem Mittelmeer verbunden. Besonders die ägäische und die westliche Mittelmeerküste der Türkei ist stark strukturiert, weshalb sich hier auch mehrere Golfs befinden. Diese Eigenschaft der Küsten laßt im Osten des Mittelmeeres nach.

Rivers

  Dalaman River

Most of the rivers of Turkey flow into the seas surrounding the country. The Firat (Euphrates) and Dicle (Tigris) join together in Iraq and flow into the Persian Gulf. Turkey's longest rivers, the Kizilirmak, Yesilirmak and Sakarya, flow into the Black Sea. The Susurluk, Biga, and Gonen pour into the Sea of Marmara, the Gediz, Kucuk Menderes, Buyuk Menderes and Meric into the Aegean, and the Seyhan, Ceyhan and Goksu into the Mediterranean.

Die Flüsse

Die Türkei ist reich an Flüssen. Mehrere Flüsse werden für die Energiegewinnung genutzt. Die Flüsse münden mehrheitlich in die Meere, die die Türkei umgeben. Ein kleiner Teil jedoch mündet in andere Meere, nachdem die betreffenden Flüsse die türkischen Territorien verlassen haben. Die wichtigsten Flüsse Ostanatoliens, Euphrat und Tigris münden in den persischen Golf und der Aras in das Kaspische Meer, die Flüsse Yesilirmak, Kızılırmak und Sakarya aus Zentralanatolien in das Schwarze Meer, die Flüsse Susurluk, Biga und Gönen im Westen in das Marmarameer, und die Flüsse Gediz, Büyük Menderes und Küçük Menderes in die Ägäis. Die wichtigsten in das Mittelmeer mündende Flüsse sind Seyhan, Ceyhan und Göksu sowie Dalaman und Esen. Der längste Fluss innerhalb der türkischen Territorien ist der Kızılırmak (1.355 km).

Lakes

 Köycegiz Lake

In terms of numbers of lakes, the Eastern Anatolian region is the richest. It contains Turkey's largest, Lake Van (3.713 square kilometres), and the lakes of Ercek, Cildir and Hazar. There are also many lakes in the Taurus mountains area: the Beysehir and Egirdir lakes, and the lakes that contain bitter waters like the Burdur and Acigoller lakes. Around the Sea of Marmara are the lakes of Sapanca, Iznik, Ulubat, Manyas, Terkos, Kucukcekmece and Buyukcekmece. In Central Anatolia is the second largest lake in Turkey: Tuzgolu. This lake is shallow and very salty. The lakes of Aksehir and Eber are also located in this region. As a result of the construction of dams during the past thirty years, several large dam lakes have come into existence. Together with the Atatürk Dam lake which started to collect water in January 1990, the following are good examples: Keban, Karakaya, Altinkaya, Adiguzel, Kilickaya, Karacaoren, Menzelet, Kapulukaya, Hirfanli, Sariyar and Demirkopru.

Die Seen

Die Seen in der Türkei machen insgesamt eine 9200 km² große Fläche aus. Besonders Ostanatolien ist reich an Seen. Der größte See der Türkei, der Van See (3713 km²), sowie die Seen Ercek, Çıldır und Hazar liegen in diesem Gebiet. Der Van See ist in einer Senkung entstanden. Die vom Nemrut Berg ausgeströmte Lava bildete eine Sperre vor dem See. Im sogenannten "Seengebiet" im westlichen Taurusgebirge gibt es mehrere Seen, wie die Seen Beysehir und Eğridir sowie Burdur und dem See Acıgöl mit bitterem Wassergeschmack. Die Seen um das Marmarameer sind Sapanca, İznik, Ulubat, Manyas, Terkos, Küçükçekmece und Büyükçekmece. Die großten Seen Zentralanatoliens, der Tuzgölü (Salzsee), der mit seiner 1500 km² großen Flache der zweitgrößte See der Türkei ist, sowie die Seen Akşehir und Eber sind sehr seicht und salzig. Die Süßwasserseen werden zur Bewässerung und mehrere Seen zur Fischzucht genutzt. Auf dem Van See gibt es Fähren. Ferner gibt es in der Türkei, wo in den letzten 30 Jahren viele Staudämme gebaut wurden, sehr große Talsperren.

The Climate

Although Turkey is situated in a geographical location where climatic conditions are quite temperate, the diverse nature of the landscape, and the existence in particular of the mountains that run parallel to the coasts cause significant differences in climatic conditions between regions. While the coastal areas enjoy milder climates, the inland Anatolian plateau experiences extremes of hot summers and cold winters with limited rainfall

Das Klima

Obwohl die Türkei in den gemäßigten Klimazonen liegt, herrschen in den verschiedenen Regionen unterschiedliche klimatische Bedingungen vor, da die Türkei über eine sehr reich gegliederte Landschaft verfügt und die Berge parallel zur Küste verlaufen. In den Küstenregionen herrscht ein angenehmes Meeresklima, während die von Bergen umgebenen inneren Teile unter dem Einfluss des Kontinentalklimas stehen. In der Mittelmeerregion, wo ein mediterranes Klima herrscht, ist es im Sommer heiß und trocken und im Winter angenehm warm und niederschlagsreich. Auch das Ägäische Gebiet und der Süden der Marmararegion stehen unter dem Einfluss des Mittelmeerklimas. In der Schwarzmeerregion herrscht ein angenehmeres und niederschlagsreicheres Meeresklima. In den inneren Regionen herrschen Bedingungen des Steppenklimas; im Sommer ist es wärmer und es werden weniger Niederschläge verzeichnet und im Winter ist es kalt und schneereich. In Ostanatolien ist es im Sommer angenehm kühl und im Winter sehr kalt und niederschlagsreich. Dagegen ist es in Sudostanatolien im Sommer heiß und trocken und im Winter nicht sehr kalt.

Religion in Turkey: Islam

Turkey is an islamic country. Islam is a monotheistic religion based upon the Qur'an, which adherents believe was sent by God (Arabic: Allah) through Muhammad. Followers of Islam, known as Muslims believe Muhammad to have been God's final prophet. As a result, most of them see the actions and teachings of Muhammad as related in the Sunnah and Hadith to be indispensable tools for interpreting the Qur'an.

Like Judaism and Christianity, Islam is an Abrahamic religion. There are estimated to be 1.4 billion adherents, making Islam the second-largest religion in the world. Under the leadership of Muhammad and his successors, Islam rapidly spread by religious conversion and military conquest  

Religion in der Türkei: Der Islam

Die Türkei ist ein islamisches Land. Der Islam ist eine monotheistische Religion, die sich streng vom Polytheismus und auch von der christlichen Vorstellung von Inkarnation und Trinität abgrenzt. Er gründet sich auf dem Koran, der für Muslime das unverfälschte Wort Gottes ist. Zweite Erkenntnisquelle sind die Worte und Handlungen (Sunna) des Propheten Mohammed.

Wie das Judentum und das Christentum ist der Islam eine Religion Abrahams. mit 1,4 Bill. Gläubigen ist der Islam die zweitgrösste Religion der Welt.

The Qur`an

Qur'an is considered by Muslims to be the literal, undistorted word of God, and is the central religious text of Islam. It has also been called, in English, "the Koran" and (archaically) "the Alcoran." Qur'an is the currently preferred English transliteration of the Arabic original , which means “recitation”. Although the Qur'an is referred to as a "book", when Muslims refer in the abstract to "the Qur'an," they are usually referring to the scripture as recited in Arabic -- the words themselves -- rather than to the printed work or any translation of it. The printed work of Qur'an is referred to as "Mus-haf", which is a word etymologically derived from the word "Saheefah" (paper). "Mus-haf" is a word that is solely used to describe the Qur'an when it is in book form.

Muslims believe that the verses of the Qur'an were revealed to Muhammad by God through the Angel Gabriel on numerous occasions between the years 610 and up till his death on July 6, 632. In addition to memorizing his revelations, his followers wrote them down on parchments, stones, and leaves, to preserve the revelation.

Most Muslims regard paper copies of the Qur'an with veneration, washing as for prayers before reading the Qur'an. Old Qur'ans are not destroyed as wastepaper, but burned.

Many Muslims memorize at least some portion of the Qur'an in the original language (i.e. Arabic), at least the verses needed to recite prayers. Those who have memorized the entire Qur'an are known as hāfiz (plural huffaz). Muslims believe that the Qur'an is perfect only as revealed in the original Arabic. Translations, they maintain, are the result of human effort, and are deficient because of differences in human languages, because of the human fallibility of translators, and (not least) because any translation lacks the inspired content found in the original. Translations are therefore regarded only as commentaries on the Qur'an, or "interpretations of its meaning", not as the Qur'an itself. Many modern, printed versions of the Qur'an feature the Arabic text on one page, and a vernacular translation on the facing page.

Der Koran

Der Koran oder Qur'an (Lesung, Rezitierung) ist die heilige Schrift des Islam, die gemäß dem Glauben der Muslime Gottes wörtliche Offenbarung an den Propheten Muhammad, vermittelt durch den Erzengel Gabriel, enthält.

Er stellt für viele Muslime das unerschaffene Wort Gottes in arabischer Sprache dar, welchem Folge zu leisten ist.

Der Koran besteht aus 114 mit Namen versehenen Suren, von denen 113 mit der Basmala (bi-smi llāhi r-rahmâni r-rahīm, „Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen“) anfangen. Diese Formel wird in 27:30 wiederholt und erscheint somit 114 Mal.

Der Koran entstand in einem Zeitraum von etwas mehr als zwei Jahrzehnten. Nach dem Ort der Offenbarung wird zwischen mekkanischen und medinischen Suren unterschieden. Die Suren bestehen aus einer unterschiedlichen Anzahl an Versen (arabisch: Aya pl. Ajaat) wobei die Suren – bis auf die erste – fast durchgehend der Länge nach angeordnet sind, zum Ende immer kürzer werdend. Insgesamt besteht der Koran aus 6.236 Versen. Allerdings ist man in der Durchnummerierung der Verse uneins. Deshalb werden in den oft kunstvoll ornamentierten Koranbüchern die Verszahlen mit einer Umrandung von dem Offenbarungstext ausgeschlossen. Auch andere Seitenzahlen bleiben wieder außerhalb des Offenbarungstextes, der klar ersichtlich abgegrenzt wird. So zählen andere 6.214 Verse oder 6.666 oder andere Zahlen. Auch ist man sich nicht einig, ob die Basmala sich nur wiederholt oder jedes Mal ein neuer Vers ist. In den meisten Exemplaren wird das erste Vorkommen dieses Verses gezählt, die Anderen nicht mehr.

Der Koran ist die Hauptquelle des islamischen Gesetzes, der Schari'a, weitere Quelle ist u.a. die Sunna des Propheten Mohammed.

Muhammad -  Mohammed 

(salallahu alayhi wasalaam)

 

Muhammad, also Mohammed, Mohamet, and other variants was an Arab religious and political leader who established Islam and the Muslim community (Ummah) to whom he preached. He is considered the greatest prophet in Islam, and is venerated and honoured as such. Muslims do not regard him as the founder of a new religion, but rather believe him to be the last in a line of prophets of God and regard his mission as one of restoring the original monotheistic faith of Adam, Abraham and other prophets of Islam that had become corrupted by man over time.

For the last 23 years of his life, beginning at age forty, Muhammad reported receiving revelations from God delivered through the angel Gabriel. The content of these revelations, known as the Qur'an, was memorized and recorded by his followers and compiled into a single volume shortly after his death.

All Muslims believe that Muhammad was sinless in the sense of transmitting the revelation:

“And if the apostle were to invent any sayings in Our name, We should certainly seize him by his right hand, And We should certainly then cut off the artery of his heart: Nor could any of you withhold him (from Our wrath).” 69:44-47.

The understanding that Muhammad did commit sin does exist among Sunnis. However, the doctrine of sinlessness of Muhammad is also more or less incorporated into Sunnis' beliefs. Some Sunni scholars believe that the doctrine of the sinlessness of the Prophets originated with the Shi'a, specifically in connection with the Imamate, and was transmitted to the Sunnis via the Sufis and Mu'tazila. Shia scholars disagree.

Mohammed (* ca. 571 in Mekka; † 8. Juni 632 in Medina) ist der Stifter der islamischen Religion. Mohammed wird von den Muslimen in der Reihe der Propheten als der historisch letzte Prophet angesehen. Er ist nach islamischer Auffassung, ausgedrückt in der in Medina entstandenen Sure 33, Vers 40: „das Siegel der Propheten d. h. der Beglaubiger der früheren Propheten oder der letzte Prophet in der Geschichte der Menschheit.

Manche Muslime setzen und sprechen hinter den Namen Mohammeds die Eulogie „Gott segne ihn und schenke ihm Heil!“

Dass er einmal unter dem Namen Mohammed als Stifter einer Weltreligion verehrt werden würde, war Abul Kasim Muhammad Ibn Abd Allah nicht in die Wiege gelegt. Erst spät, im Alter von 40 Jahren, empfing der Karawanenhändler aus Mekka seine erste göttliche Offenbarung. Damit begann ein 22-jähriges Ringen um Erkenntnis, Glauben und Missionierung.

Der Privatmann Mohammed

Mohammed gehörte nach der Überlieferung dem Clan der Haschimiten an, einem verarmten, aber hoch angesehenen Zweig des Stamms der Koraish, der Mekka dominierte. Mohammeds Vater Abdallah starb schon vor der Geburt seines Sohnes. Mit sechs Jahren verlor Mohammed auch seine Mutter Amina und war Vollwaise. Für zwei Jahre lebte er danach bei seinem Großvater Abd al-Muttalib, bis auch dieser starb. Bis zu seiner Volljährigkeit kam Mohammed dann im Hause seines Onkels Abu Talib unter.

Im Alter von 25 Jahren heiratete der Kaufmann Mohammed die 40-jährige Witwe Khadija, der die Karawanserei gehörte, in der er arbeitete. Mit Khadija hatte er sieben Kinder. Nach dem Tod seiner ersten Frau 619 heiratete Mohammed wieder und hatte nach unterschiedlichen Angaben bis zu neun Ehefrauen. Von Fatima, einer Tocher aus der Ehe mit Khadija stammen die einzigen Nachfahren Mohammeds ab, die sich später heillos über die Nachfolge des Propheten zerstritten.

Die Offenbarung

Seine erste Offenbarung erfuhr Mohammed der Überlieferung zufolge am 1. Februar 610 in einer Höhle am Berg Hira nahe Mekka. Im Traum erschien ihm der Engel Gabriel mit der Botschaft: "Lies im Namen deines Herren, Der erschuf. Er erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen. Lies, denn dein Herr ist Allgütig. Der mit dem Schreibrohr lehrt, lehrt den Menschen, was er nicht wusste." Die Worte bilden den Anfang der 96. Sure.

Volle 22 Jahre hielten die Offenbarungen an, die Mohammed nach und nach verkündete. Erst nach seinem Tod wurden sie im Koran zusammengefasst, jedoch ohne ihnen eine feste Ordnung zu geben. Offenbarungen aus verschiedenen Phasen seines Lebens wurden zu Kapiteln, den so genannten Suren gebündelt. Deshalb ist auch der Charakter der einzelnen Suren ganz unterschiedlich. Während frühe Offenbarungen sich eher poetischer Sprache bedienten und vor allem das Verhalten des Menschen zu Gott regelten, kamen später auch Regeln und Ratschläge für den Alltag hinzu.

Hadith

Hadith are traditions relating to the words and deeds of Muhammad. Hadith collections are regarded as important tools for determining the Sunnah, or Muslim way of life, by all traditional schools of jurisprudence. A hadith was originally an oral tradition relevant to the actions and customs of the Islamic prophet Muhammad. Starting the first Islamic civil war of the 7th century, those receiving the hadith started to question the sources of the saying . This resulted in a chain of transmission, for example "A told me that B told him that Muhammad said". The hadith were eventually recorded in written form, had their chain of transmission recorded and were collected into large collections mostly during the reign of Umar II during 8th century, something that solidified in the 9th century. These works are still today referred to in matters of Islamic law and history.

The overwhelming majority of Muslims consider hadith to be essential supplements to and clarifications of the Qur'an, Islam's holy book. In Islamic jurisprudence, the Qur'an contains many rules for the behavior expected of Muslims. However, there are many matters of concern, both religious and practical, on which there are no specific Quranic rules. Muslims believe that they can look at the way of life, or sunnah, of Muhammad and his companions to discover what to imitate and what to avoid. Muslim scholars also find it useful to know how Muhammad or his companions explained the revelations, or upon what occasion Muhammad received them. Sometimes this will clarify a passage that otherwise seems obscure. Hadith are a source for Islamic history and biography. For the vast majority of devout Muslims, authentic hadith are also a source of religious inspiration. However, some contemporary Muslims argue that the Qur'an alone is sufficient.

Der Begriff Hadīth („Mitteilung, Erzählung, Bericht“) steht auch für historische Nachrichten sowohl profanen als auch religiösen Charakters. Im islamisch-religiösen Gebrauch bezeichnet der Begriff die Überlieferungen über Mohammed: über seine Anweisungen, nachahmenswerte Handlungen, Billigungen von Handlungen Dritter, Empfehlungen und vor allen Dingen Verbote und religiös-moralische Warnungen, die im Koran als solche nicht enthalten sind. Die Summe dieser Überlieferungen mit ihrem normativen Charakter bilden die Sunna des Propheten und sind somit Teil der religiösen Gesetze im Islam; sie ist nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Jurisprudenz (Fiqh).

Als koranischer Terminus ist hadith auch die Offenbarung Gottes

„Gott hat die beste Verkündigung herabgesandt, eine sich gleichartig wiederholende Schrift...“

– Sure 39, Vers 23

Als Synonym verwendet die islamische Tradition – in inhaltlicher Anlehnung an den obigen Koranvers – den Begriff kalām („Rede“, „Parole“, „Aussage“), indem man den Propheten wie folgt zitiert: „die beste Rede ist das Gotteswort und die beste Leitung (zum Glauben) ist die Leitung Mohammeds“.

Überlieferungen, in denen Aussprüche und Taten der Gefährten (Sahaba) des Propheten enthalten sind, können ebenfalls – wie die Hadithe – richtungsweisend sein. In diesem Fall spricht man nicht vom Hadith, sondern vom athar, „Spur, Zeichen“, die man hinterlässt und erst in übertragenem Sinne heißt es: Tradition, Überlieferung nach den Gefährten des Propheten. Oft sind aber beide Begriffe, hadith und athar, austauschbar.

Symbols of Islam

Muslims do not accept any icon or color as sacred to Islam as they believe that worshipping symbolic or material things is against the spirit of monotheism. Many people assume that the star and crescent symbolize Islam, but these were actually the insignia of the Ottoman Empire, not of Islam as a whole. The color green is often associated with Islam as well; this is custom and not prescribed by religious scholars. However, Muslims will often use elaborately calligraphed verses from the Qur'an and pictures of the Ka'bah as decorations in mosques, homes, and public places. The Qur’anic verses are believed to be sacred.

Die Symbole des Islam

Muslime akzeptieren keine Bilder oder Farben als heilig im Islam, weil sie glauben dass dies gegen den Sinn des Monotheismus steht. Das Symbol der Mondsichel entstammt eigentlich der vorislamischen Zeit vor einigen tausend Jahren. Die Umstände über Ursprung und Entstehung des Symbols sind schwer zu ermitteln, aber es herrscht Übereinstimmstimmung, dass Himmelssymbole wie Sonne und Mond als Himmelsgötter von den Völkern Mittelasiens und Sibiriens verehrt wurden. Nach anderen Überlieferungen dienten Mondsichel und Stern der Darstellung der phönizischen Göttin Tanit sowie der griechischen Göttin Artemis.

Die Stadt Istanbul übernahm das sichelförmige Mondsymbol. Der Überlieferung zufolge hatte diese es zu Ehren der Göttin Diana gewählt. Nach anderen Quellen ginge es auf eine Schlacht zurück, in der die Römer die Goten am ersten Tag eines Mondmonats besiegten. Auf jeden Fall war die Mondsichel bereits in vorchristlicher Zeit Bestandteil der Stadtflagge.

Die ursprüngliche moslemische Gemeinschaft verfügte über kein direktes eigenes Symbol. Zu Zeiten des Propheten Muhammad trugen die islamischen Armeen und Karawanen einfarbige Flaggen (schwarz, grün oder weiß). Spätere muslimische Generationen führten die Tradition der einfachen schwarzen, weißen oder grünen Flagge fort, ohne Embleme, Schriftzeichen oder Symbole.

Spätestens im Osmanenreich wurden Mondsichel und Stern mit der muslimischen Welt identifiziert. Nach der Legende sah der Gründer des osmanischen Reiches Osman I. im Traum die Mondsichel, die sich von einem Ende der Erde zum anderen ausdehnte. Dieses als gutes Omen nehmend, beschloss er, die Mondsichel als Symbol seiner Dynastie zu übernehmen.

Dass die fünf Zacken des Sterns die fünf Pfeiler des Islam symbolisieren, ist reine Interpretation. Ursprünglich wurde er wohl als christliches Symbol (Marias) zu der heidnischen Mondsichel hinzugefügt worden.

Islam in Turkey

The region comprising modern Turkey has a long and rich Islamic tradition stretching back to the dawn of the Ottoman Empire. About 99% of the population is officially Muslim, the majority of whom are Sunnis.Religious observance in comparison to other predominantly Muslim-populated countries is low and Muslim identity tends to be based more on tradition and cultural heritage rather than actual belief in religious dogma. The Turkish governmental system are based on European republican state with strong flavour of secularism.

The actual percentage of Muslims is slightly lower; the Government officially recognizes only three minority religious communities—Greek Orthodox Christians, Armenian Orthodox Christians, and Jews—and counts the rest of the population as Muslim, although other non-Muslim communities exist.

The secularization of Turkey started in the society during the last years of Ottoman Empire and it was the most prominent and most controversial feature of Atatürk's reforms. Under his leadership, the caliphate—office of the successors to Muhammad, the supreme politico-religious office of Islam, and symbol of the sultan's claim to world leadership of all Muslims—was abolished. The secular power of the religious authorities and functionaries was reduced and eventually eliminated. The religious foundations were nationalized, and religious education was restricted and for a time prohibited. The influential and popular mystical orders of the dervish brotherhoods (tarika) also were suppressed.

Although Turkey was secularized at the official level, religion remained a strong force at the popular level. After 1950 some political leaders tried to benefit from popular attachment to religion by espousing support for programs and policies that appealed to the religiously inclined. Such efforts were opposed by most of the political elite, who believed that secularism was an essential principle of Kemalism. This disinclination to appreciate religious values and beliefs gradually led to a polarization of society. The polarization became especially evident in the 1980s as a new generation of educated but religiously motivated local leaders emerged to challenge the dominance of the secularized political elite. These new leaders have been assertively proud of Turkey's Islamic heritage and generally have been successful at adapting familiar religious idioms to describe dissatisfaction with various government policies. By their own example of piety, prayer, and political activism, they have helped to spark a revival of Islamic observance in Turkey. By 1994 slogans promising that a return to Islam would cure economic ills and solve the problems of bureaucratic inefficiencies had enough general appeal to enable avowed religious candidates to win mayoral elections in Istanbul and Ankara, the country's two largest cities.

Islam in der Türkei

Der Islam hat seinem Wesen gemäß immer einen großen Einfluß auf die Politik gehabt, sie definiert. Die weltlichen waren immer gleichzeitig die geistlichen Herrscher oder zumindest von ihnen weitgehend dirigiert. Ein Krieg im Islam war demnach - wie auch die christlichen Kreuzzüge im Mittelalter - immer auch ein heiliger Krieg, geführt um der Interessen Gottes willen, zur Durchsetzung seiner Ziele, zur Stärkung seiner Macht.

Die schamanistischen Türken wurden bereits in der 2. Hälfte des 10. Jh., als sie noch in Mittelasien lebten, zum Islam bekehrt. Nachdem sie im 11. Jh. nach Westen wanderten und nach und nach Anatolien zu ihrem Herrschaftsgebiet gemacht hatten, wurden sie allmählich die treibende Kraft seiner Ausbreitung. Im Jahre 1453 eroberte der osmanische Sultan Mehmet I. Konstantinopel, wodurch der Zusammenbruch des oströmischen Reiches besiegelt wurde, und als Selim I. im Jahre 1517 Kairo erobert hatte, wurde er der Kalif (=Nachfolger des Propheten), der oberste Herrscher der Muslime in der ganzen Welt. Die Türken bildeten daraufhin jahrhundertelang die "Speerspitze des Islam", unterwarfen in seinem Namen große Gebiete in Afrika, Asien und Europa. Das Osmanische Reich war somit in diesem Sinne weniger ein "türkisches" als ein islamisches, in dem der Sultan "im Namen Gottes" herrschte.

Als Mustafa Kemal ATATÜRK nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und dem erfolgreichen Abschluß des türkischen Befreiungskrieges im Jahre 1924 das Kalifat abschaffte, setzte er dem Einfluß des Islams enge Grenzen, trennte nach westlichem Vorbild staatliche und religiöse Macht. ATATÜRK unterdrückte somit nicht die Religion als solche, wie viele seiner Feinde damals und heute wieder verstärkt behaupten, sondern verwehrte dem Islam die Einfluß auf die weltliche Macht, um so die Schaffung einer modernen Gesellschaft vorzubereiten, was angesichts des Selbstverständnisses des Islams und der Überzeugung vieler Gläubiger natürlich revolutionär war. Bis heute ist dieses Ziel des Gründers der modernen Türkei noch nicht völlig umgesetzt, die Reislamisierungstendenzen im Lande sind ein Beweis dafür.

In der Türkei haben die Juden und Christen volle Religionsfreiheit und besondere Rechte. Es gibt Kirchen und Synagogen, christliche und jüdische Schulen und Krankenhäuser. Der Amtssitz des Patriarchen, des Oberhauptes der griechisch-orthodoxen Kirche, befindet sich in Istanbul. Die große Mehrheit der türkischen Staatsbürger ist jedoch muslimisch, die meisten gehören der sunnitischen und ca. 20 % der alewitischen Konfession an.

Glaubensgrundsätze

Im Islam gibt es sechs Glaubensartikel, nämlich den Glauben an:

den einzigen Gott (arab. Allah)

seine Engel

seine Offenbarung (heilige Bücher: Thora, die Evangelien, den Koran etc.)

seine Gesandten, die Propheten Gottes: darunter Adam, Abraham, Moses, Jesus und zuletzt Mohammed

den Tag des jüngsten Gerichts und das Leben nach dem Tod: Der Mensch werde eines Tages für seine Taten zur Verantwortung gezogen und mit dem Höllenfeuer bestraft bzw. mit dem Paradies belohnt

die göttliche Vorsehung.

 

Islam's history in Turkey

By the end of the seventh century, conversion to Islam had begun among the Turkish-speaking peoples, who were migrating westward from North and Central Eurasia. The initial wave of Turkish migrants converted to Sunni Islam and became champions of Islamic orthodoxy. As warriors of the Islamic faith, or gazis, they colonized and settled Anatolia in the name of Islam, especially following the defeat of the Byzantines at the Battle of Manzikert (1071). Beginning in the twelfth century, new waves of Turkic migrants many of whom belonged to Sufi orders, some of which later incorporated heterodox Shi'a beliefs (such as the Bektashi almost all others did not). One Sufi order that appealed to Turks in Anatolia after 1300 was the Safavid an order that was originally Sunni and non-political but later became both Shi'a and political based in what is now, northwest Iran. During the fourteenth and fifteenth centuries, the Safavid and similar orders such as the Bektasi became rivals of the Ottomans—who were orthodox Sunni Muslims—for political control of eastern Anatolia. Although the Bektasi order became accepted as a sect of orthodox Sunni Muslims, they did not abandon their heterodox Shi'a beliefs. In contrast, the Safavids eventually conquered Iran, shed their heterodox religious beliefs, and became proponents of orthodox Twelver Shi'a Islam.

The conquest of the Byzantine capital of Constantinople—which the Turks called Istanbul (from the Greek phrase eis tin polin, "to the city" (it also had other names and variants such as Isitane, Islambul and Dar-us-Saadet)—in 1453 enabled the Ottomans to consolidate their empire in Anatolia and Thrace. The Ottomans later revived the title of caliph during the reign of Sultan Selim. Despite the absence of a formal institutional structure, Sunni religious functionaries played an important political role. Justice was dispensed by religious courts; in theory, the codified system of seriat regulated all aspects of life, at least for the Muslim subjects of the empire. The head of the judiciary ranked directly below the sultan and was second in power only to the grand vizier. Early in the Ottoman period, the office of grand mufti of Istanbul evolved into that of seyhülislam (shaykh, or leader of Islam), which had ultimate jurisdiction over all the courts in the empire and consequently exercised authority over the interpretation and application of seriat . Legal opinions pronounced by the seyhülislam were considered definitive interpretations.

Die Geschichte des Islam in der Türkei

Der eigentliche Dynastie- und Staatsgründer der Osmanen war Osman I. Gazi, der Sohn Ertoğruls. Der für seinen Wagemut und seine Tapferkeit bekannte Kämpfer war Anführer eines losen Verbands von Kriegernomaden und scharte eine große Anhängerschaft um sich. Sein Beiname bezeugt, dass er zu den Glaubenskriegern (gazi, arab. Krieger) gehörte, die den Islam mit Waffengewalt verbreiteten. Er verstand es, sein Stammesgebiet durch Beute- und Raubzüge gegen die umliegenden Dörfer und Städte erheblich zu vergrößern. Um die Wende vom 13. zum 14. Jh. herrschte er über eine Gemeinschaft aus turkmenischen Hirtennomaden und byzantinisch-armenischen Städtern und Bauern. Diese nannten sich “osmanlı“, die Leute Osmans.

Die eigentliche Bedeutung Osman Gazis bestand darin, dass er den von ihm angeführten Stammesverband in eine Art Staatswesen umformte. Er schuf die Grundlagen des osmanischen Staates und dessen gesellschaftlicher Ordnung, indem er eine wirksame Verwaltung mit ersten Ämtern etablierte. Diese stabilisierte seine und die Herrschaft seiner Nachkommen. Ebenso wirkte ein System von Landzuweisungen (tımar), mit denen er seine Gefolgsleute belohnte und an sich band. Durch die Gründung eines Berufsheeres aus Reiter- und Fußtruppen, das im Kriegsfall zu mobilisieren war, verlieh er seinen Eroberungen Festigkeit. Mit der Annahme des Titels Emir ließ er als erster Fürst seinen Namen im freitäglichen Kanzelgebet in der Moschee nennen, begriff sich also nach islamischer Tradition als souveräner Herrscher. So wurde Osmans Fürstentum (Emirat) zu Beginn des 14. Jh. eines der bedeutendsten Machtgebilde Anatoliens.

Selim I. (reg. 1512-1520), der Gestrenge - Der mächtigste Herrscher der islamischen Welt

Mit Selim I. (reg. 1512-1520), dem Gestrengen (Yavuz), gelang es, das Territorium des Reiches erneut zu verdoppeln - der Osmanenstaat war nun so groß wie Westeuropa - und zu einem der imposantesten Imperien der damaligen Welt zu machen. Das Reich war nicht nur um Gebiete Kurdistans (1514/15) erweitert worden, sondern nach dem Sieg über das ägyptische Herrschergeschlecht der Mamluken umfasste es auch Syrien, Libanon, Palästina (1516) und Ägypten (1517) sowie weite Teile der arabischen Welt. Mekka und Medina, die heiligen Städte des Islam auf der arabischen Halbinsel, die vorher unter mamlukischer Oberhoheit gestanden hatten, unterstellten sich ebenfalls dem Schutz des Großherrn. Selim I. war zum mächtigsten Herrscher der islamischen Welt avanciert.

Folk Islam and Sufism

Folk Islam in Turkey has derived many of its popular practices from Sufism. Particular Sufi shaikhs - and occasionally other individuals reputed to be pious - were regarded after death as saints having special powers to mediate between believers and God. Veneration of saints (both male and female) and pilgrimages to their shrines and graves represent an important aspect of popular Islam in both the city and the country. Folk Islam has continued to embrace such practices although the veneration of saints officially has been discouraged since the 1930s. Plaques posted in various sanctuaries forbid the lighting of candles, the offering of votive objects, and related devotional activities in these places.

Volksislam und Sufismus 

Dem puristischen Islamverständnis gegenüber hat sich in der gesamten islamischen Welt ein Volksislam entwickelt, der überwiegend die einfachen Gläubigen anspricht. Er organisiert sich in Bruderschaften und nimmt Elemente des Heiligenkults auf, aber auch der Mystik und des Aberglaubens. Die Bruderschaften vertreten die Einstellung, dass der Mensch Gott erkennen und zeitweise zu einer Einheit mit ihm gelangen kann. Der mystische Lehrer, der an der Spitze einer Bruderschaft steht, führt seine Anhänger auf den Weg dieser Gotteskenntnis.

1924 wurde nicht nur das Kalifat beseitigt, auch die Bruderschaften wurden abgeschafft. Gleichwohl war es schwierig, den Aktionsradius jener Bruderschaften einzuschränken, die sich informell um Scheichs gruppierten. Sie überlebten, oft als Wanderprediger, im Untergrund; zum Fortdauern des türkischen Islam leisteten sie einen wesentlichen Beitrag. Im Zeichen der einsetzenden Liberalisierung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen sie wieder zum Vorschein.

Der Sufismus veraltet auch Sufitum oder Sufik, gilt allgemein als die islamische Mystik. Die Anhänger des Sufismus sehen ihre Lehre nicht als ein spirituelles Produkt der islamischen Religion, sondern er offenbart lediglich die esoterische Wahrheit des Islams. Die sufische Lehre als solche zieht sich wie ein Faden durch die gesamte Menschheitsgeschichte, aus der Sicht der Sufis ist und war diese zu jeder Zeit und in jeder Kultur in verschiedenen Aspekten allgegenwärtig. Einen Anhänger des Sufismus nennt man Sufi oder auch Derwisch.

The Alevis

A significant Shi'a minority lives in Turkey. As in the Ottoman period, a census of the Shi'a population has never been taken in the republican period. Thus, there is no accurate information on the size of the Shi'a community, which has been estimated to constitute as little as 7% and as much as 30% of Turkey's total population. Sunnis in Turkey tend to refer to all Shi'as as Alevi. In actuality, Alevi constitute but one of four Shi'a sects in the country. But Alevi are by far the largest Shi'a sect in Turkey, accounting for at least 70% of the country's Shi'a. Twelver Imam Shi'a and followers of the heterodox Ahl-i Haq and Bektasi have resided in Turkey for centuries. Twelve Imam Shia comprise a majority of all Shi'a worldwide, although their numbers in Turkey are estimated at only 20 to 25% of all Shia in the country. Scholars believe that the unorthodox Ahl-i Haq, whose adherents are almost exclusively Kurds, and the equally unorthodox Bektasi, whose followers primarily are ethnic Turks, are even fewer in number than the Twelve Imam Shia.

Alevis include almost all of Turkey's tiny Arab minority, from 5 to 10% of the country's Kurds, and many ethnic Turks. In fact, a majority of Alevis may be Turks. Historically, Alevis resided predominantly in southeastern Turkey, but the mass rural-to-urban migration that has been relatively continuous since 1960 has resulted in thousands of Alevi moving to cities in central and western Anatolia. Consequently, Alevi communities of varying size were located in most of the country's major cities by the mid-1990s.

Die Aleviten

Nach den sunnitischen Muslimen bilden die Aleviten die zahlenmäßig größte Religionsgemeinschaft, der jeder fünfte Bewohner der Türkei angehört. Die Aleviten bekennen sich zum Islam. Doch anders als die Sunniten beherzigen sie die "Fünf Säulen", die grundlegenden Glaubensvorschriften des Islam (Ablegung des Glaubensbekenntnisses; fünfmaliges Gebet am Tag; Abgabe eines bestimmten Vermögensanteils; Fasten im Monat Ramadan; Wallfahrt nach Mekka) nicht.

Den Koran legen die Aleviten nicht nach den Buchstaben aus, sondern deuten ihn mystisch. Der Mensch, der im Zentrum ihrer Frömmigkeit steht, soll nicht Sklave Gottes sein, sondern seine vollkommene Schöpfung; er soll autonom und selbstverantwortlich handeln.

Die Aleviten beten nicht in einer Moschee, sondern treffen sich zu kultischen Handlungen in einem Gemeindehaus (Cemevi), Männer und Frauen nehmen daran gleichberechtigt teil. Kultelemente sind religiös inspirierte Gedichte und rituelle Tänze. Das Alevitentum ist das Ergebnis einer religionsgeschichtlichen Entwicklung, die christliche und gnostische Elemente aufgenommen hat. Am auffallendsten aber sind zugleich radikal schiitische Züge, die in der Vergöttlichung Alis gipfeln, des Vetters und Schwiegersohns des Propheten Mohammed. An die Stelle der Einheit Gottes setzen die Aleviten die Trinität Allah-Ali-Mohammed.

Das Alevitentum war im 13. Jahrhundert in Anatolien als Volksreligion der ländlichen Bevölkerung und der nomadisierenden Turkmenenstämme entstanden. Geprägt ist es von den Bruderschaften, die mit ihrer volkstümlichen Mystik den religiösen Grundbedürfnissen der einfachen Bevölkerung mehr entgegenkamen als der orthodoxe Islam mit seiner Gesetzestreue und Schriftgläubigkeit. Eng waren zunächst die religiösen und politischen Beziehungen zum mystischen Orden der iranischen ?afawiden.

Nach der Niederlage des ?afawidischen Schahs Ismail gegen die Osmanen bei C,ald?ran im Jahre 1514 fand die Mehrheit der anatolischen Aleviten eine neue geistige Leitung im Orden des türkischen Mystikers Haci Bekta? Veli, den Bekta?is. Dieser Orden war im 13. Jahrhundert gegründet worden und hatte sich über ganz Anatolien ausgebreitet.

Wegen ihrer unorthodoxen Auslegung des Korans und ihrer religiösen Praktiken galten die Aleviten in der osmanischen Epoche als "Häretiker". Sie wurden an den Rand gedrängt, sogar verfolgt. Die Republik Türkei brachte den Aleviten Glaubensfreiheit und die Anerkennung als gleichberechtigte Bürgerinnen und Bürger. Das erklärt, weshalb die Angehörigen der alevitischen Glaubensgemeinschaft politisch durchweg dem kemalistisch-laizistischen Lager zuzurechnen sind.

Aleviten leben über das ganze Land verteilt, doch liegen ihre Siedlungsschwerpunkte im Osten Zentralanatoliens. Die alevitischen Zuwanderer, die in den sechziger und siebziger Jahren in die Großstädte gezogen waren, haben den sozialen Aufstieg meist geschafft. Es entstand eine alevitische Mittelschicht, die Anwälte, Ingenieure, Unternehmer, Journalisten und ähnliche Berufe hervorbrachte. Ihnen fallen bei der Neuorganisation der Gemeinschaft heute Führungsaufgaben zu. Politisch bekennen sie sich überwiegend zur Sozialdemokratie und gemäßigten Linken. Auffallend ist aber zugleich der hohe Anteil von Aleviten in radikalen linken, teilweise militanten Organisationen.

Heute bekennen sich zahlreiche Aleviten öffentlich zu ihrer Identität und zu ihrem lange geheim gehaltenen Glauben. Konservative und nationalistische Aleviten behaupten, das Alevitentum habe den "wahren" Islam der Türkei geschaffen, ihr Islam entspreche den Eigenheiten der Türken mehr als die den Arabern entlehnte Orthodoxie. In den neunziger Jahren kam es zu mehreren gewalttätigen Ausschreitungen zwischen politisch Konservativen der extremistischen Sunniten auf der einen und Angehörigen der alevitischen Glaubensgemeinschaft auf der anderen Seite. Die Auseinandersetzung um die eigene Identität ist in vollem Gange.

Status of Religious Freedom

The Constitution provides for freedom of religion, and the Government generally respects this right in practice; however, the Government imposes some restrictions on Muslim and other religious groups and on Muslim religious expression in government offices and state-run institutions, including universities, usually for the stated reason of preserving the "secular state." The Constitution establishes the country as a "secular state" and provides for freedom of belief, freedom of worship, and the private dissemination of religious ideas. However, other constitutional provisions regarding the integrity and existence of the secular state restrict these rights. This seems a contradiction of the understanding of the secularizm in Turkey. Modernity is valued and represented as not wearing a cover or being non-religious. So, there is an obvious distinction how the state serves the people. Also, the bureaucracy and the state agencies are governed and supposed to be governed by those who are thought of being modern. One's qualification to do a job or service is measured at first with that person's religious affiliations. Although, the secularity, bearing a meaning of a protection of believes, plays an important role to protect the state. While most of the secular countries have religious schools and educational system, one in Turkey can only have religious teachings after a state decided age. The private religious schools including universities (Islamic or not) are not permitted to be established. Only, the state controlled Imam Hatip Lisesi is allowed. This type of highschools teach religious subjects with modern positive science. However, gradutates of these schools cannot go to the university to seek higher education in another field of study for example medicine, law, engineering etc. The reason of all these restrictions is that those who seek higher education use religion to cause discrimination in the society. So, the Constitution prohibits discrimination on religious grounds. The state bureaucracy has played the role of defending traditional Turkish secularism throughout the history of the Republic. In some cases, elements of the bureaucracy have opposed policies of the elected government on the grounds that they threatened the secular state. For this reason, some political parties were banned. In other cases, some doctors,lawyers, teachers etc who insisted on showing their religious orientation were fired. Furthermore, the Army officials whose family members bear Islamic cover were expeled without any pension. The Turkish democracy intends to build one mind one soul and rejects heteregenous structures.

The Government oversees Muslim religious facilities and education through its Presidency of Religious Affairs (Diyanet), which reports directly to the Prime Ministry. The Diyanet has responsibility for regulating the operation of the country's 75,000 registered mosques and employing local and provincial imams, who are civil servants. Some groups, particularly Alevis, claim that the Diyanet reflects mainstream Sunni Islamic beliefs to the exclusion of other beliefs; however, the Government asserts that the Diyanet treats equally all who request services.

 Glaubensfreiheit

Seit 1928 ist der Islam in der Türkei nicht mehr Staatsreligion. Laut Verfassung der türkischen Republik hat jeder das Recht auf Gewissensfreiheit und die Wahl eines religiösen Bekenntnisses; die Feiern und Gottesdienste können frei abgehalten werden; niemand darf gezwungen werden, an Gottesdiensten teilzunehmen, oder wegen seines Bekenntnisses und seiner Überzeugungen angeklagt werden. Bildung, Religionsunterricht und Ethik unterliegen der Kontrolle des Staates und sind Pflichtfächer in den Grund- und Mittelschulen. Eine andere Art religiöser Unterweisung ist dem Wunsch des einzelnen überlassen, im Falle von Minderjährigen dem Antrag seiner gesetzlichen Vertreter. Vor kurzem hat die Regierung Maßnahmen zugestimmt, die den vom Staat finanzierten Islam-Unterricht unterbinden sollen; Fes (rote Filzkappe) und Schleier wurden verboten; man entschied sich für das lateinische Alphabet und die Abschaffung des arabischen.

Language

Turkish (Türkçe) is a Turkic language spoken natively by the Turkish people in Turkey, Cyprus, Bulgaria, Greece, Republic of Macedonia and other countries of the former Ottoman Empire, as well as by several million emigrants in the European Union. The exact number of native speakers in Turkey is uncertain, primarily due to a lack of minority language data.

There is a high degree of mutual intelligibility between Turkish and other Oghuz languages such as Azeri, Turkmen, and Qashqai. If these are counted together as "Turkish", the number of native speakers is 100 million, and the total number including second-language speakers is around 125 million.

Sprache

Die türkische Sprache (Eigenbezeichnungen: Türk dili, Türkçe) oder kurz: Türkisch ist die Amtssprache in der Türkei und gehört zu den oghusischen Sprachen. Als Alternativbezeichnung ist auch aus der Turkologie „Türkei-Türkisch“(Türkiye Türkçesi) bekannt.

Türkisch enthält zahlreiche Mundarten, wobei heute die Istanbuler Mundart die türkische Hochsprache bildet. Weitere Mundarten innerhalb der Türkei werden in der Schwarzmeerregion sowie in Ostanatolien und an der Ägäis gesprochen.

Das heutige Türkisch ist die Muttersprache von rund 58 Millionen Menschen in der Türkei oder von gut 80 % der dortigen Bevölkerung (1987).

845.550 Menschen benutzen Türkisch in Bulgarien (1986), 37.000 in Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Aserbaidschan (Schätzungen 1979).

Für 180.000 Menschen ist Türkisch die Muttersprache auf Zypern und für 128.380 in Griechenland (1976).

Ferner sprachen 1982 in Rumänien noch 14.000 und auf dem Gebiet von Ex-Jugoslawien, insbesondere Mazedonien 250.000 türkisch.

Turkish life in family - türkisches Familienleben

        

  

A turkish farmer`s family                A turkish young Family in a big city

Families are divided into several types according to social, economic and local conditions. The traditional extended and nuclear families are the two common types of families in Turkey. The traditional extended family, generally means that three generations live together: grandfather, adult sons and sons' sons, their wives and their unmarried daughters a married daughter becomes a member of her husband's family and lives there. There is a unity of production and consumption together with common property. This type of family is becoming more and more rare today. The nuclear family, parallel to industrialization and urbanization, replaces traditional families. The nuclear family consists of a husband, wife and unmarried children and is more suitable to modern Turkish social life today.

There are some economic, traditional and emotional conditions that form the duties and responsibilities of the modern nuclear family member. As for the economic conditions, each individual is supposed to play a part in supporting the continuation of the family. The father is usually responsible for making the basic income, the mother may perhaps contribute by working and if not, will assume full-time take care of the home. Grandparents may also supply help with incomes from their pension or returns from owned property and rents. Younger children help with the housework (re-pairing, painting, cleaning) and when older contribute by usually covering at least their own expenses. Tradition places the father as the head of the family, but the mother has equal rights. The father is the representative and protector of the family whereas the mother takes care of all the day to day things.

Die traditionelle türkische Großfamilie hat sich allerdings weitestgehend durch den Wandel der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen aufgelöst. So ziehen aufgrund der Landverknappung pro Familie und der Unterbeschäftigung auf dem Land Teile der Großfamilie in die Stadt. Dort leben sie in Kleinfamilien, die einzelnen Mitglieder der ehemaligen Großfamilie stehen aber in engem Kontakt zueinander und unterstützen sich gegenseitig.

Heute ist die Kleinfamilie, die in der Regel aus Eltern und unverheirateten Kindern besteht die am weitesten verbreitete Familienform in der Türkei. Vom staatlichen Planungsamt wurde 1992 ein Bericht veröffentlicht, nach dem 33,56% der Haushalte aus Kleinfamilien bestehen.

Turkish women

 

As Turkey is essentially an Islamic country, Islam plays an important role in the lives of women. Having begun in Arabic countries in 7C AD, Islam was influenced by the traditions and customs of these countries and the way in which women were treated. Men could marry or live with as many women as they liked, kill women and even bury new born girls alive.

 

When Islam made marriage laws and put a limit on the number of wives allowed, it was accepted as the first system to give some economic rights to women by saving them from the sole sovereignty of their husbands.

In Turkey, following the declaration of the Republic in 1923, one of the most significant elements in the social revolution planned and advocated by Ataturk was the emancipation of Turkish women, based on the principle that the new Turkey was to be a secular state.

In 1926, a new code of Turkish civil law was adopted which suddenly changed the family structure.

Polygamy was abolished along with religious marriages and divorce and child custody became the right of both women and men. A minimum age for marriage was fixed at 15 for girls and 17 for boys. Perhaps most importantly, the equality of inheritance was accepted as well as the equality of testimony before a court of law; previously, under Islamic law, the testimony of two women was equal to that of one man. With the secularization of the educational system, women gained equal rights with men in the field of education as well and no longer had to wear the veils and long garments required by the old religious beliefs. The right to vote for women was granted at the municipal level in 1930 and nationwide in 1934. Theoretically, Turkish women were far ahead of many of their western sisters at that time, for instance in France where women only gained the right to vote in 1944.

The charter of the International Labor Organization adopted in 1951, declaring equal wages for both sexes for equal work was ratified by Turkey in 1966.

Although all the new regulations brought the status of women to a very improved level, the actual status of women within the family institution did not provide for proper equality between men and women. Still today, the husband is the head of the family. A woman does the housework, and if a woman needs to work outside the home she has to get the approval of her husband. As a Turkish proverb says "a husband should know how to bring food and the wife to make it suffice" confirming once again a woman's place in the home.

Women at present

  two different turkish women

Social life consists of two different places: Inside and outside the home. Women leave the outside world to the men, generally remaining in the home. Women get married at an earlier age than men and settle into their role of housewife and home maker. As the education level of women increases, the fertility rate decreases. Nearly every female university graduate has only one child.

 Women in a village

9 million of the 21 million working population of Turkey are women. In the rural areas, the rate of working women, especially in agriculture, is very high. However, women work in this sector as an extension of their housework and not to make a living. In urban areas, women hold important posts in both public and private sectors, the arts and sciences. Today, Turkish women are bank managers, doctors, lawyers, judges, journalists, pilots, diplomats, police officers, army officers or prime ministers.

Nearly two thirds of health personnel including doctors and pharmacists, one quarter of all lawyers and one third of banking personnel are women.

As for the politics, in the elections of 1937, the number of woman MP's was 18, which meant 4.5%. Today, unfortunately, this rate is much less than before. However, Turkey has also seen Tansu Ciller as the first woman Prime Minister.

  Miss World from Turkey

Although men and women are equal before the law, men are tolerated in regard to adultery and women are more advantageous in terms of working conditions.

New law

A package called "Democratization of the family" is a new law preposition awaiting parliamentary discussion and enactment and it will include changes in the position of women, some of which are as follows:

The cancellation of former obligatory permission from their husbands for women to work.

Equality in the case of adultery.

In the case of divorce, equality in the sharing of belongings which were acquired after marriage.

Feminism in Turkey

An important stage of feminism in Turkey started in the 1980s and is different from the previous stages because it was initiated by women who spoke for themselves, rather than by men who had manipulated the female image for their own political agenda. At this stage of feminism women spoke for themselves, beginning by arguing the reality of their bodies and their physical needs as opposed to the idealization and the symbolization of the female body as used for the national image.

Feminism strongly challenges the image of some Turkish women as covered, almost sexless beings and also as sacrificial mothers who would do and endure anything for their children and family.

To very briefly summarize the position of women in Turkey today, it can be said that unless you are a woman living in a metropolitan city and financially independent, life is still likely to be bound by the customs of traditional family life.

Frauen in der Türkei 

Frauen waren im Osmanischen Reich, besonders ab dem 16. Jahrhundert, starken staatlichen Repressionen ausgesetzt. Die theokratische osmanische Herrschaft kontrollierte durch den Erlass detaillierter Verordnungen das tägliche Leben, etwa durch Kleidungsvorschriften, Regelungen über das Verhalten der Frau außerhalb des Hauses sowie in der Ehe. Auch war der Zugang zu Bildung für Frauen sehr eingeschränkt. Ihnen stand lediglich die Grundschule bis zum 9. Lebensjahr offen. Eine Ausnahme bildeten die Töchter aus reicheren Familien, denen die Erziehung durch Privatlehrer frei stand. Der Besuch einer höheren geistlichen Schule (Medrese) war nur den Jungen erlaubt.

Außerdem waren jegliche politische Funktionen ausschließlich Männern zugänglich. Im 19. Jahrhundert kam es zu einigen wichtigen positiven Veränderungen im Zuge der Tanzimat-Reformen, welche die Osmanische Regierung 1839 durchführen ließ. In den Bereichen Bildung, Erb- und Eheleben wurde dadurch der Handlungsspielraum der Frauen erweitert.

Anfang des 20. Jahrhunderts schlossen sich einige vom damaligen Sultan abgesetzte und ins Exil gedrängte osmanische Parlamentarier und deren Anhänger zusammen, so dass 1908 die Wiederherstellung der verfassungsrechtlichen Ordnung erzwungen werden konnte.

Im Rahmen dieser zweiten Konstitutionellen Periode (Mesrutiyet), unter dem Einfluss der Jungtürken, gab es Bestrebungen, Frauen mehr Rechte zuzusprechen. Unter anderem kam es zu folgenden juristischen Erneuerungen: das Mindestheiratsalter betrug nunmehr für Frauen 17 Jahre, für Männer 18 Jahre; Frauen konnten im Ehevertrag festlegen, dass der Ehemann keine zweite Frau heiraten durfte; außerdem erlangten sie das Recht auf Scheidung.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam. Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife, eine von Selbstbewusstsein und starkem westlichen Einfluss geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Latife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die Trennung und Scheidung. Späterhin hat er das Ziel der Frauenemanzipation im eigenen Einflussbereich bei der Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen noch einmal erfolgreich zur Geltung gebracht.

Wie die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ die armenische Zeitung „Agos“ 2004 zitierte, ist die Adoptivtocher des Staatsgründers, Sabiha Gökçen, vielleicht eine Waise armenischer Genozidopfer gewesen. Sabiha Gökçen wurde später die erste Kampfpilotin der Welt. Die Ausbildung seiner Adoptivtochter zur Flugzeugführerin hatte vielschichtige Gründe. Einerseits konnte er damit seinen Landsleuten das Lehrmuster einer modernen türkischen Frau zeigen, der gleichberechtigt jede Berufswahl offensteht. Andererseits setzte er Gökçen in ihrer Funktion als Militärpilotin für die nationalistische Propaganda der noch jungen türkischen Republik ein.

Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Die Rechte der Frau als Menschenrechte sind nach langem, hartem Kampf heute weltweit anerkannt. Dieser Kampf hat in jedem Land naturgemäß andere Dimensionen.

Die türkische Frau ist in einer vergleichsweise glücklichen Lage. Denn der Staatsgründer Atatürk persönlich schätzte die Bedeutung der türkischen Frau für die Gesellschaft hoch und wollte ihr zu den Rechten verhelfen, die ihr von ihrem Frausein her zustehen. Atatürk hat aufgrund des ihm eigenen Frauenbildes der türkischen Frau ihren Platz zugewiesen.

Atatürk verwirklichte eine Reihe von Reformen, durch die er eine moderne, demokratische und laizistische Gesellschaft anstelle der osmanischen theokratischen Ordnung schaffen wollte. Im Erziehungsbereich gehört dazu die Schulpflicht für Jungen und Mädchen, die in gemischten Klassen unterrichtet werden.

Die türkische Frau besitzt heute praktisch alle ökonomischen, politischen und sozialen Rechte, und zwar aufgrund von Gesetzen. Man muss sich aber fragen, ob die Frauen (*Anteil an der Bevölkerung nach der Zählung von 1990) von ihren Rechten auch Gebrauch machen. Dabei ergeben sich zwischen den Frauen auf dem Lande und in der Stadt gewisse Unterschiede. Die Stadtfrau hat weitgehend die ökonomische Abhängigkeit erreicht. Dasselbe kann man von der Landfrau schwerlich sagen. Sie ist in dieser Hinsicht stärker vom Mann abhängig.

Soziologische Untersuchungen, die in den Städten angestellt wurden, beschäftigen sich mit den wichtigen Fragen, die sich aus der Rolle der türkischen Frau in der heutigen Gesellschaft ergeben.

Auf dem Land

...ist die Gleichstellung der Frau ist vor allem auf dem Lande nicht durchgesetzt. Jede dritte Frau in der Türkei kann weder lesen noch schreiben. Um Achtung zu erlangen, müssen sie zahlreiche Kinder, vor allem aber Söhne, gebären. Höchster Wert für die Frauen ist die Ehre. Ihr Lebensweg ist genau vorgeschrieben. Entscheidungen werden für sie zuerst vom Vater und nach der Hochzeit vom Ehemann getroffen. Bei einigen Familien hat sie auch heute nicht einmal Einfluß auf die Wahl des Ehepartners.

Die meisten Stadtfrauen, und da besonders die jüngere Generation, sehen sich als mit dem Mann auf gleicher Stufe stehend.

Man kann sagen, dass die türkische Frau, ganz anders als es dem im Westen verbreiteten Bild entspricht - durch Gesetze und internationale Abkommen geschützt - in einem modernen Umfeld auf jedem Gebiet akzeptiert wird.

Turkish wedding

                    

traditional dress of a region        modern wedding dress of the most turkish brides

In the traditional family, marriage is still a family rather than a personal affair. Marriages are not conducted by the imam anymore as they were before the republic. By law they have to be civil. Approximately 40% of marriages are only civil, 50% are both civil and religious, 10% are only religious which means they are not legal. Polygamy is very rare and only in some villages with a rate of 3%.

It is legally forbidden to marry before the age of 15 for women and 17 for men. The average age for girls to marry is around 17-18. Early marriages are more frequent in rural areas. For young men in big cities the problems of receiving an education, military service and acquiring a job are among the reasons that delay marriage

Türkische Hochzeit

Traditionell beginnt für junge Männer im heiratsfähigem Alter, die Suche nach einer geeigneten Braut, durch Eltern, Freunde, Bekannte, Nachbarn. Diese machen dann den Eltern ab und zu Bemerkungen und natürlich gezielte Vorschläge. Aber wie gesagt, geht man so nur vor, wo Tradition noch wichtig sind. In Ballungsgebieten dagegen gibt es kaum Unterschiede zu den europäischen Abläufen: eben selbst aussuchen!

Läuft es nach alter Tradition ab, und der junge Mann hat ein Mädchen auserwählt, kommt es dann zu einer "Handanhalten- Zeremonie". Dabei geht der zukünftige Bräutigam in Begleitung des Familienoberhauptes, also Eltern, zu der Familie des Mädchens. Sie bringen üblicherweise ein kleines Geschenk mit, meistens mit Süßem wie das "Lokum" oder Ähnlichem. Diese Prozedur verläuft recht formell und auch steif. Nach etwas Smalltalk kommt der berühmte Satz: "Mit Allahs Erlaubnis halten wir um die Hand ihrer Tochter für unseren Sohn an!" Es kann vorkommen, daß die Familie des Mädchens etwas Bedenkzeit braucht und so der junge Mann mit den Eltern wieder kommen muss. Die Eltern des Mädchens werden meist mit dem Mädchen reden. Sogar die älteren Geschwister, meist aber nur die älteren Brüder, werden nach ihrer Meinung gefragt. Das ist nicht per forma gedacht, sondern es kann tatsächlich, wenn der große Bruder etwas gegen die Vermählung hat, einer Heirat hinderlich sein. Wenn aber alles für diese Beziehung spricht, kommt der nächste Schritt.

Die Verlobung findet meistens im Hause der Braut statt. Es kann natürlich auch außerhalb in angemieteten Räumen stattfinden. Es gelten hier keine besonderen Regeln. Es werden lediglich Geschenke mitgebracht und einfach gefeiert. Der Verlobungsring wird an den rechten Ringfinger gesteckt. Die Verlobung erlaubt es dem Paar sich auch öffentlich treffen zu dürfen. In kleineren Ortschaften benötigen Sie manchmal noch die Erlaubnis um gemeinsam etwas zu unternehmen. Eine Verlobung aufzulösen ist dagegen natürlich weniger schön. In diesem Fall, wenn es von Seiten der Braut kommt, muss oder sollte sie die erhaltenen Geschenke wieder zurückgeben; nicht so der Bräutigam.

Danach findet der Hennaabend statt - eine kleine Feier seitens der Braut. Der Bräutigam kann aber trotzdem kurz dabei sein, die Feier ist nur der Braut und deren Familie, Verwandten so wie Freunden vorbehalten. Bei der Feier sitzt die Braut in der Mitte der Menge. Wenn die Braut nicht verwitwet oder Waise ist, bekommt Sie ein buntes Tuch über den Kopf und ihre Hände und Füße werden mit Henna verziert. Die Familie des Bräutigams legt ihr dabei ein Geldstück in die Hand. Es wird ausgiebig gesungen und getanzt, manchmal bis in den Morgen hinein.

Hochzeitstag: Nachdem das Paar von Hupkonzerten begleitet in einem Konvoi mit dem geschmücktem "Gelin arabasi" (Brautwagen) am Festsaal angekommen ist und das Paar mit Applaus den Saal betritt, setzen sie sich auf ihren, auf einem Podest befindlichen Platz. Übrigens wird die Trauung selbst durch einen Standesbeamten entweder im "Evlenme daire" (Heiratshaus) oder wenn gewünscht, auch im Saal durchgeführt. Tradition : wer während der Trauung zuerst dem Partner auf den Fuß tritt, der hat angeblich das sagen in der Ehe! Die Ringe werden an den linken Ringfinger gesteckt, weil dort das Herz näher sitzt. Aber es ist im Islam nicht vorgeschrieben ist einen Ring zu tragen.

Einer der Höhepunkte ist dann die Verteilung der Geschenke, seitens der Verwandten und Gäste. Je nach Grad der Verwandtschaft, umso üppiger fällt auch das Geschenk aus.  Neben Geldscheinen, die dem Brautpaar mit Stecknadeln angebracht werden, kommen immer Armreifen und Anhänger aus Gold hinzu. Diese Prozedur dauert , weil sich eine riesige Schlange von Menschen bildet, die auch ihr Geschenk überreichen wollen.

Wenn die ganzen Feierlichkeiten vorbei, die Gäste verabschiedet sind und das Brautpaar endlich alleine sein möchte, erfolgt ein Gebet vom Bräutigam. Anschließend übergibt er der Braut ein tradıtionelles Geschenk.

Jungfräulichkeit: Fakt ist, das sie in der traditionsbewussten Gesellschaft eine große Bedeutung hat. Es kann daher schon mal sein, daß das Bettlaken oder Tuch der Entjungferung seitens der Braut in Verwahrung genommen wird, um es dann am nächsten Tag der Mutter als Zeichen oder Beweis der "Reinheit" zu zeigen. Es wird von traditionsbewussten Türken verlangt. Was wenn nicht?  Es könnte durchaus in diesem Fall die Braut wieder zu dem Elternhaus zurückgeschickt werden. Moderne Türken führen immer weniger diese Tradition fort.

Differences in wearing scarfs - sometimes religion and sometimes fashion

Of course in Turkey women do not wear only scarfes because of fashion, also because of religion, but there are also lots of women, who wear it because they do a hard work, maybe as a farmer`s wife , some wear it during cooking in their kitchen for hygienical reasons, maybe when it is windy outside and that is not different to european women. The modern turkish woman is fashioned dressed, has got the best hairstyle and looks not different to european women - did you expect that?

Natürlich tragen die türkischen Frauen nicht nur aus modischen Gründen ein Kopftuch, auch aus religiösen Gründen. Aber es gibt ebenso viele türkische Frauen, die Kopftücher tragen , weil Sie vielleicht als Bauersfrau harte Arbeit verrichten oder während des Kochens aus hygienischen Gründen. Oder vielleicht weil es draussen windig ist und das macht keinen Unterschied zur europäischen Frau. Die moderne türkische Frau ist modern gekleidet, hat den besten und modernsten Haarschnitt und unterscheidet sich nicht von europäischen Frauen - wussten Sie das ?

When a child is born

The continuity of a family is provided by children. With the development of people's educational levels, the belief in the continuity only being provided by sons is losing its effect.

At the pregnancy of a new bride, an excitement among family members grows. Upon hearing the good news, a golden bracelet comes immediately as a present from the mother-in-law. In rural areas a pregnant woman declares it with some symbols mostly on her clothing; her scarf, motifs on it and suchlike.

For the births, in rural places midwives are present, whereas in big cities hospitals are common. After the birth, the new mother receives presents of gold and the child gets all manner of gifts. The mother is not supposed to go out from her house for 40 days. If she works, she has a holiday of 40 days automatically. Relatives, friends and neighbors are all helpful. In the first three days only close relatives come to visit, but in the following days the others also come to visit with lots of presents. Breast-feeding continues normally until the age of two or even later and then weaning is sudden.

In Anatolia there is a custom of planting trees in the names of newly born children. Chestnut, mulberry and apple trees are planted for girls, poplar or pine trees for boys. Planting trees for boys is a kind of investment for him to be used in his marriage when he grows up.

Wenn ein Kind geboren wird

Wenn Sie die junge Mutter zu Hause besuchen, wird Ihnen höchstwahrscheinlich das sogennante lohusa şerbeti angeboten. Es handelt sich dabei um ein süsses und gewürztes rötliches Getraenk, das man kalt oder warm trinken kann. (Es ist aus einer Art gefaerbtem Zucker vorbereitet, den man die Nacht über in Wasser schmelzen laesst, dann mit einer Mischung von Zimt und Gewürznelke erwaermt und kalt im Sommer und warm im Winter trinkt.) Die von den Verwandten geschenkten Goldstücke sind an der Wiege des Babys festgesteckt.

Genau nach der Geburt traegt die Mutter ein rotes Band, das man lohusa humması nennt, und dazu bestimmt ist, das mögliche Fieber zu entfernen. In diesem Sinne soll die erste Kleidung des Neugeborenen in gelber Farbe sein, um die Gelbsucht von ihm fernzuhalten. Oder man bindet zu diesem Zweck ein gelbes Band an seine Wiege, oder man deckt das Baby mit einer gelben Decke zu. Wenn das Kind seinen ersten Zahn bekommt, organisiert die Familie einen kleinen Empfang namens diş buğdayı, wobei ein Dessert aus Weizen angeboten wird.

Children`s names

Turkish names always have meanings. Some of the children's names may derive from the time in which he was born; Bayram (Feast), Safak (Dawn), Bahar (Spring), Ramazan (the holy month, Ramadan), or the events during the birth; Yagmur (Rain), Tufan (Storm), or express the parents' feeling about the child, if they want him to be the last one; Yeter (Enough), Songul (Last rose) and sometimes names of elder people in families are chosen as displays of respect.

When a name is selected, it is given by an imam or an elder person in the family by holding the child in the direction of Mecca (Kible) and reading from the Koran into his left ear and repeating his name three times into his right ear.

Namensgebung

Als Grundregel läßt sich – so man Türkisch beherrscht – leicht merken: Lieblich sind die Mädchennamen, kriegerisch die der Jungen. Bei den Damen sind Anleihen bei Flora und Raumfahrt beliebt wie Gül (Rose), Lale (Tulpe) und Elif (Blume) sowie Aysel und Ayten – von Mondlicht überflutet die eine, mit einem Mondteint geschminkt die andere; bei den Männern hingegen überwiegen eher Beispiele aus der Fauna: Arslan (Löwe), Sahin (Falke), Dogan (Habicht) oder Kartal (Adler). Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, Hauptsache, der Name klingt stark und mächtig. Deshalb gibt es den staatstragenden Cumhur (Republik) ebenso wie den lavaspeienden Volkan.

Wenn ein Name gewählt wurde, der von einem Imam oder einer älteren Person der Familie gegeben wird, während das Kind Richtung Mekka gehalten und aus dem Koran (in das linke Ohr des Kindes) gelesen wird, flüstert man dreimal den Namen des Kindes in sein rechtes Ohr.

Sunnet (Circumscision)      

Circumcision is an operation in which the foreskin of the penis is removed. It is a practice of great religious significance among certain religious groups, notably the Jews and the Moslems. Circumcision is known to have been practiced in ancient Egypt even before it was introduced to the Jews as part of God's covenant with Abraham. In Islam, however, the authority for circumcision came not from the Koran but from the example of the Prophet Mohammed. In Islam, whatever the prophet does or says is called sunnet; therefore this word stands for circumcision in modern Turkish.

Urologists claim that circumcised males have far fewer urinary tract infections and are less at risk for catching sexually transmitted diseases than are uncircumcised males. On the other side, pediatricians say that the medical risks attendant upon the surgery far outweigh the possible future consequences of foregoing the operation.

As an Islamic country, in Turkey all Moslem boys are circumcised between the ages 2-14 by licensed circumcising surgeons. From the social point of view, the most prominent feature of circumcision is the introduction of a child to his religious society as a new member. This explains the reason for circumcision of people who convert into Moslems as a first step. It is impressed on a boy at a very early age that circumcision is a step for transition to manhood. As long as they are accepted as very important events in people's lives, circumcisions are generally made with big ceremonies in festive atmosphere.

If a family has more than one boy, they wait for an appropriate time to perform it altogether. In this case the younger child might be less than 4. In some rural areas, villagers sometimes share expenses of a circumcision feast like they do with the work. Wealthy people may take poor boys or orphans together with their children for circumcision. Charity organizations make collective ceremonies for poor boys and orphans. Considering school periods of children, circumcisions are held in summer months while the children are on vacation, from June through September at weekends.

Ceremony

   

When a family determines a date for their feast, they invite relatives, friends and neighbors by sending invitation cards in advance. Depending on the economic position of families, feasts might take place in a ceremonial hall or a hotel instead of a house. They prepare a highly decorated room for the boy with a nice bed and many colorful decorative things. Boys should also wear special costumes for this feast; a suit, a cape, a scepter and a special hat with "Masallah", meaning "God preserve him", written on it.

In the morning of the feast, the children of guests are all taken for a tour around in a big convoy with the boy either on horseback, horse carts, or automobiles. This convoy is also followed by musicians playing the drums and the clarinet.

After they come back, the boy wears a loose long white dress and, is circumcised by the surgeon while somebody holds him. This person who holds is called kirve, and has to be somebody close to the boy. In the eastern parts of Anatolia, this is the first contact of a big relationship which will continue for lifetime. He will play an active role in the boy's lifetime and have nearly equal rights with the father in decisions. This is similar to a godfather in Christianity. Although there is no blood relation to his kirve, the boy will not even be allowed to marry his kirve's daughter in order not to have incest because he is considered to have become somebody from the family.

After the circumcision, the boy is in pain and has to be kept busy with music, lots of jokes or some other animation. Presents also are given at this time to help him forget his pains. In the meantime words from the Koran are recited and guests are taken to tables for the feast meal which is a special one laid with different food changing from region to region. After a few days the boy recovers and festivities end.

Today, there is a small group of people who prefer their children to be circumcised in hospitals while they are in hospital after birth, whereby ignoring the traditional side.

A boy in his special costume before circumcision

A boy after circumcision with his presents of gold

Beschneidung - Zirkumzision

Unter Zirkumzision (lat. circumcisio) oder Beschneidung versteht man die teilweise oder vollständige Entfernung der männlichen Vorhaut. Als Gründe für die Beschneidungen werden neben medizinischen Indikationen häufig religiöse, rituelle, kosmetische, hygienische oder ästhetische Argumente angeführt.

Die Tradition der Beschneidung

In Anatolien ist eine der wichtigsten und gebräuchlichsten Tradition bezüglich Kinder die Beschneidung. Diese stellt auch gleichzeitig die strengste und gebräuchlichste Tradition der religiösen und sittlichen Gebräuchen dar. Keine Eltern möchten diese Tiefverwurzelte Tradition übergehen. Diese Tradition gleicht einer Gesetzeskraft, die keine Auflehnung entstehen lässt.

Das Wort “Sünnet” (Beschneidung) hat arabische Wurzeln und bedeutet in seinem Kern “işlek yol” (betriebsamer Weg). In seiner weiteren Bedeutung ist darunter die gute oder schlechte Verhaltensweise, die der Mensch aufgrund seiner gewöhnlichen Situation zu Tage legt beziehungsweise der Weg Gottes zu verstehen.

In der islamischen Religion bedeutet “sünnet” die Anpassung an die Praktiken, die der Prophet ausführte oder lehrte. Die Gesellschaft zeigt bei Abweichungen diesem Thema gegenüber fast keine Toleranz und Einsicht. Aus diesem Grunde erleben Jugendliche, bei denen sich die Beschneidung aus verschiedenen Gründen verzögerte, eine gewisse Unbehaglichkeit. Häufig begegnen Jugendliche, bei denen die Beschneidung nicht zeitgemäß durchgeführt wurde, einem abwertenden und kritisierenden Verhalten. Was die Beschneidung betrifft, so kann – ebenso wie in der Vergangenheit – auch in der Gegenwart die Gesetzeskraft dieses Tiefverwurzelten Brauches beobachtet werden.

Die Tradition der Beschneidung wird vor allem unter unten angeführten Aspekten betrachtet:

- Alter des Kindes für die Beschneidung und Zeitpunkt der Beschneidung

- Vorbereitung der Zeremonie oder so genannten “Beschneidungs-Hochzeit”

- Vorbereitung des Kindes

- Durchführung der Beschneidung und “Beschneider”

- Geschenke / Aufmerksamkeiten bei der Beschneidung

Alter des Kindes bei der Beschneidung / Zeitpunkt der Beschneidung

Bezüglich des Alters des Kindes bei der Beschneidung oder der Jahreszeit der Beschneidungszeremonie gibt es keine festgelegten Regeln. Die Kinder werden meist kurz vor dem Schulalter oder in den Grundschuljahren, also vor der Pubertät, dieser Zeremonie unterworfen. Allerdings entscheiden sich zunehmend mehr Eltern in den größeren Städten dazu, die Beschneidung sofort nach der Geburt im Krankenhaus durchzuführen. Diese frühe Beschneidung hat vorwiegend das Ziel, das Kind nicht den bewussten Schmerzen und Ängsten auszusetzen. Diese Form der frühen Beschneidung ist in traditionellen Gesellschaftsschichten nicht anzutreffen.

Innerhalb der Gesellschaftsstruktur übernimmt die Beschneidung verschiedenste Funktionen. Eine prachtvolle Beschneidungszeremonie hebt nicht nur das Ansehen der Familie in der ihr angehörigen Gruppe sondern erlebt gleichzeitig auch die Freude am Kind. In Anatolien wird es als Pflicht der Eltern angesehen, das Kind großzuziehen, die Beschneidung durchzuführen und es zu Verehelichen.

Die Beschneidung von armen oder Waisenkindern wird von wohlhabenden Personen oder Verwandten übernommen, die deren Beschneidung mit der der eigenen Kinder gemeinsam durchführen. Diese Aufgabe wird auch von manchen Sozialvereinen übernommen.

Als Zeit der Beschneidung wird häufig der Frühling, der Sommer oder der Herbst gewählt. Für die zeremonielle Beschneidungsfeierlichkeiten (Hochzeit) wird heutzutage vor allem in den Städten das Wochenende, also Samstag oder Sonntag, gewählt. In der Vergangenheit war dies meist der Donnerstag, da der Freitag als Feiertag und als Glücksbringer angesehen wurde.

Vorbereitung der Zeremonie oder so genannten “Beschneidungs-Hochzeit”

Wenn das Alter der Beschneidung für das Kind gekommen ist und je nach ökonomischer Situation beginnt die Familie ungefähr zwei Monate vor der Beschneidung mit den Vorbereitungen. Nachdem der Zeitpunkt für die Zeremonie bestimmt wurde, werden die Gäste eine Woche oder zehn Tage vor dem Termin eingeladen.

Diese Einladung erfolgt auf zwei Wegen:

- persönliche Überbringung der Einladung durch einen so genannten Beauftragten

- Verteilung gedruckter Einladungen.

Besonders in traditionellen Gesellschaftsschichten ist man darauf bedacht, viele Personen zu dieser Zeremonie einzuladen.

Vorbereitung des Kindes

Mit der eigentlichen Vorbereitung des Kindes beginnt man einige Tage vor der Beschneidungszeremonie. Allerdings wird das Kind schon sehr viel früher auf dieses Ereignis vorbereitet, indem die Freude auf dieses Ereignis gesteigert wird und ihm die Angst genommen wird. Mit traditionellen Erziehungsmethoden bereiten die Eltern das Kind bereits Monate vor dem Ereignis auf diesen Wendepunkt des Lebens vor.

Den wichtigsten Teil der Vorbereitung stellt die Anfertigung der speziellen Bekleidung des Kindes dar. In den Städten werden die Kinder von wohlhabenden Familien mit Edelsteinen geschmückt, in den Kleinstädten bildet eine hellblaue Kopfbedeckung mit einem Talisman (Maşallah) in der Mitte das wichtigste Element der Bekleidung. In den Dörfern erhalten Kinder für die Beschneidungszeremonie neue Kleider, an den Schultern und am Hals werden feine, Reichbestickte Tücher befestigt, am hinteren Teil der Kopfbedeckung wird eine Art “Brautschleier” angebracht.

Das Kind wird einige Tage vor der Beschneidung oder am Tag der Beschneidung unterhalten, indem es gemeinsam mit Freunden mit einem Pferd oder Auto herumspaziert wird. Gleichzeitig wird damit auch die Beschneidung des Kindes der Umgebung mitgeteilt.

Durchführung der Beschneidung und “Beschneider”

Bei der Beschneidung wird die Vorhaut an der Spitze des Geschlechtes ringsherum abgeschnitten. Das zu beschneidende Kind wird auf den Schoß des Vaters oder einer nahe stehenden Person, die man auch als "Kirve" bezeichnet und der man durch dieses Rituell eine Form von Patenschaft überträgt, gesetzt. Die Beine des Kindes werden gespreizt, seine Arme werden fest umklammert. Dabei werden dem Kind gute Worte, die vor allem auf die Männlichkeit abzielen, zugeredet, um ihm die Angst zu nehmen. Vor und während der Beschneidung werden die Worte “Allahu ekber Allahu ekber” (Gebetsformel) ausgesprochen. Eine weitere gebräuchliche Formel ist auch “oldu da bitti maşallah” (es ist beendet, was Gott gewollt hat; d.h. Ausruf der Bewunderung).

Die Person, die die Beschneidung durchführt, wird im Allgemeinen als “sünnetçi” (Beschneider) bezeichnet. In Zentralanatolien und Ostanatolien sind weiteres die Bezeichnungen “abdal” (abdal ist eigentlich Bezeichnung für wandernde Derwische) oder “kızılbaş abdal” (rothäuptiger Derwisch) gebräuchlich.

Heutzutage wird die Beschneidung großteils von Beamten des Gesundheitsministeriums ausgeführt, die sich selbst in städtischen Kreisen als “fenni sünnetçi” (wissenschaftliche Beschneider) bezeichnen.

Geschenke – Aufmerksamkeiten

Die Beschneidung als wichtiger Wendepunkt im Leben, der zeremoniell gefeiert wird, wird durch verschiedenste Geschenke bereichert. Diese Geschenke können Gold, Geld, Bekleidung oder auch häusliche Gegenstände sein. Auch heutzutage wird die Tradition der Überreichung von Beschneidungsgeschenken weiterhin ausgeübt.

Sünnet- Patenschaft

Unter “kirvelik” versteht man die Übernahme einer so genannten Patenschaft bei der Beschneidung des Kindes. Diese Person übt eine bestimmte Vaterschaftsrolle aus und hält bei der Beschneidung das Kind. Je nach Region werden dafür auch die Bezeichnungen “kirve”, “kivra” oder “kivre” verwendet.

Kirvelik stellt eine Art künstliche Verwandtschaft zwischen zwei sozial und ökonomisch gleichgestellten Familien dar, die auch für die Ausgaben der Beschneidungszeremonie eines Kindes der Familien gemeinsam aufkommen. Der so genannte “kirve” (Pate) nimmt während der Beschneidung das Kind auf seinen Schoß, hilft in jeder Hinsicht durch seine Unterstützung bei der Linderung der Schmerzen und übernimmt, wenn auch nur teilweise, die Kosten der Zeremonie. Wie Personen bei einer Verehelichung eine Verwandtschaft eingehen, so verbindet auch die Familien, die sich gegenseitig diese Patenschaft gewähren, eine freundschaftliche, verwandtschaftsnahe Beziehung. Die Einrichtung dieser “kirvelik” (Patenschaft) ist vor allem in Ost-, Süd- und Südostanatolien weit verbreitet, allerdings gibt es nicht genügend Informationen über deren Wurzeln.

Obwohl die Einrichtung der “kirvelik” vor allem in der Vergangenheit verstärkt untenstehende Aufgaben erfüllte, so hat sie auch heutzutage nach wie vor ihre Gültigkeit:

- Intensivierung bestehender Beziehungen

- Vergrößerung des sozialen Beziehungsnetzes der Familie

- Ausübung der Funktion einer Sozialversicherung

- Vereinigung von Familien unterschiedlicher ethnischer Gruppen, Sprachen und Religion

- Erleichterung der Anpassung an die Region bei Personen, die aus einer anderen Region kommen

- Erreichung einer gewissen Handelsstärke durch Solidarität und Steigerung des Potentials

Hinsichtlich dieser Aspekte, die die Einrichtung des “kirvelik” übernimmt, stellt sie eine wichtige gesellschaftliche Institution dar.

Die durch “kirvelik” entstandene Beziehung hält bis zum Tode an. Es besteht außerdem ein Heiratsverbot zwischen “kirve” - Kindern, also Kindern, deren Eltern gegenseitig für ihre Kinder die Funktion des “kirve” übernahmen. Dieses Verbot unter den “kirve” - Familien führt zu einer freieren und insofern stärkeren und dauerhafteren Beziehung.

 

When Turkish get divorced

Divorce is not very common. Although many women are not satisfied with their marriages, they do not have the courage to divorce. Therefore they continue their lives for their children's sake or not to suffer from the social pressure it may evoke.

Scheidung

Scheidung ist nicht oft üblich. Obwohl viele Frauen nicht zufrieden mit ihren Ehen sind, sie haben nicht die Courage, sich scheiden zu lassen. Deswegen leben Sie ihr Leben so weiter für die Kinder oder nur, um dem gesellschaftlichen Druck nicht ausgesetzt zu sein.

Der andere Grund ist wirtschaftlich. Wenn eine Frau nicht arbeitet, hat sie nicht viele Alternativen, wenn sie geschieden ist. Ab einem bestimmten Alter ist es ein Problem, Arbeit zu finden und es ist ein echtes Risiko zu überleben.

Vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen, wenn sich Paare scheiden lassen, jeder erhält sein Eigentum ohne Berücksichtigung des gemeinsamen Eigentums. Ein neuer Gesetzesvorschlag ist dem Parlament vorgelegt worden, die Veränderung soll die Aufteilung von allem möglich machen.

School system in Turkey

Schulsystem

http://home.muenster.net/~hag/Schueleraustausch_HAG_Lengerich-DS_Istanbul/Schuelermaterialien/tuerkisches_schulsystem.htm#grundlagenschulsystem

Turkish Folk Dances - Türkische Volkstänze

Folk dances have different characteristics based on region and location and are generally engaged in during weddings, journeys to the mountains in the summer, when sending sons off to military service and during religious and national holidays.

Volkstänze haben unterschiedliche Charaktere, basierend auf Region oder Ort und werden generell bei Hochzeiten, Reisen in die Berge im Sommer, wenn die Söhne zum Miltiär eingezogen werden und während religiöser und nationaler Feiertage praktiziert.

http://www2.unesco.org/wef/countryreports/turkey/rapport_1.html

Traditions at dead and burial

        

Throughout the ages in Turkey, many different rituals regarding death and burial have been applied. Types of graves have differed. Graves under the floors of houses, wooden rooms, tumuli, chamber-like graves, rock-tombs, sarcophagi, domed or conical tombs (turbe, kumbet) and mausoleums are some places where the dead have been laid.

Although it is difficult, death is considered to be as a natural part or aspect of life. There are many people who prepare themselves for death by putting necessary amount of money for funerals in their bank accounts, keeping winding sheets ready, or buying land in a cemetery in advance. Dying as martyrs is an honorable thing. In Islam, it is believed that martyrs go directly to heaven.

When somebody dies, the corpse is laid on a bed in a separate room, the head facing the direction of Mecca, eyelids closed, the big toes are tied to each other and the two arms rest on both sides next to the body. Burial has to take place as soon as possible during the daytime. If somebody dies in the late afternoon, he is buried the next day. The corpse might rest for a period of time in a cool place or a mortuary but only if there are close relatives coming from a far away place.

According to religious belief, if somebody is buried without an ablution, he is not allowed to enter heaven. Therefore, dead people have to be washed by authorized people, and always women by a woman, men by a man. Meanwhile the death is declared from a mosque minaret by a muezzin with some words from the Koran together with his name, funeral time and place. After the ablution the corpse is dressed in a white shroud, put in a wooden coffin covered with a green piece of cloth. A martyr's coffin is covered with the Turkish flag. The coffin is carried to the table outside in the courtyard of a mosque on people's shoulders before prayers. Nobody stands in front of the funeral procession and people in the street stand up and salute the funeral motionless and in silence.

While the coffin rests guarded on the table outside, people perform their regular prayers. From within the mosque, following the prayers, they all come out and line up in front of the coffin to take part in the funeral service under the leadership of the Imam. Women are not allowed to join this service. At the end of the service, the Imam asks people what they thought of the deceased and answers are always positive: "He was good. May God bless him. Mercy be upon his soul, etc." Funeral services are not held for parricides or the stillborn.

Islamic interment

The coffin is carried to the cemetery by a hearse followed by a long convoy. Graves are rectangular in shape and designed to accommodate only one person. The deceased is buried in only the shroud not the coffin. The body is laid on its right shoulder facing the direction of Mecca. The tombstone is on the head's side.

The Imam's prayers signify the end of the burial. The deceased is commemorated on the seventh and fifty-second days of his death with Islamic readings; mevlit. Sometimes big funerary meals or halvah are offered to the poor and surrounding people.

There is nothing more expensive than what is bought cheaply and there is nothing cheaper than what is bought expensively

The other reason is economic. If a woman does not work, she does not have many alternatives when divorced. After a certain age, in a country where employment is a problem, it is really a risk to survive.

From the legal point of view, when couples divorce, each of them gets his own belongings without taking the things obtained together into consideration. A new law proposal is waiting to be enacted in parliament. The change will allow the sharing of everything equally.

Der Tod als Ende des Lebens führt den Menschen wieder zu Gott. Niemand kann dem Tod entrinnen, er ist das Ende der von Gott gesetzten Zeit auf der Erde. Nach dem Tod warten die Seelen auf das Gericht, in dem darüber entschieden wird, ob ein Leben bei Gott im Paradies sein wird. Der Verstorbene muss möglichst schnell beerdigt werden. Weil es in Deutschland an geeigneten Grabstätten fehlt und aus Verbundenheit mit der ursprünglichen Heimat der eingewanderten Muslime werden viele Verstorbene in ihre Herkunftsländer überführt.

Das Leben auf der Erde ist den Menschen von Gott geschenkt. Es ist eine Zeit der Bewährung, in der der Mensch die Möglichkeit erhält, ein Leben in Hingabe an Allah zu führen. Das Leben auf der Erde, der in Taten sichtbar gewordene Glaube an Allah wird darüber entscheiden, ob der Mensch im Paradies oder in der Hölle weiterexistieren muss.

Islamische Bestattung

Der Tod eines Menschen bedeutet für den Verstorbenen den Übertritt in das Jenseits, wo er auf das Gericht Gottes am Jüngsten Tag wartet, um ins Paradies oder in die Hölle einzugehen. Der Tod ist Übergang, was sich auch in den Bestattungsriten spiegelt.

Vorbereitung auf den Tod

Kündigt sich das Ende des Lebens an, soll der Sterbende nicht mehr alleine gelassen werden. Es gilt als gutes Werk, sich beim Sterbenden zu versammeln, ihn an seine guten Taten und das Glück des Lebens zu erinnern, damit er die Welt in Dankbarkeit vor Gott verlässt. Die am Totenbett Versammelten bitten Gott um die Vergebung der Sünden des Sterbenden und versuchen.

Wenn der Tod unmittelbar bevorsteht, soll der Sterbende nach Möglichkeit so gelegt werden, dass sein Gesicht nach Mekka schaut. Die Trauergemeinde spricht das Glaubensbekenntnis, auch in der Hoffnung, dass es der Sterbende noch mitbeten kann und er mit diesen Worten - "Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah" - sein Leben beendet.

Trauerriten und Bestattung

Unmittelbar nach dem Eintreten des Todes wird der Verstorbene gewaschen. Dabei handelt es sich um Ganzkörperwaschung nach den rituellen Vorschriften. Bei Frauen wird die Waschung von von Frauen, bei Männern von Männern durchgeführt; meist von Verwandten des / der Toten. Danach werden die Körperöffnungen verschlossen. Schließlich wird der / die Tote in weiße Tücher gewickelt; bei Gläubigen, die die Wallfahrt nach Mekka unternommen haben, soll es das Wallfahrtsgewand sein.

Die Bestattung soll möglichst schnell erfolgen: Bei Eintritt des Todes am Vormittag noch am selben, ansonsten am darauf folgenden Tag. Der Verstorbene wird möglichst zu Fuß auf den Friedhof gebracht - auch die Totenengel begleiten den Verstorbenen zu Fuß -, falls dies nicht schon vorher zur Durchführung der Waschungen in der Friedhofshalle geschehen ist. Viele Muslime betrachten es als eine besondere Ehre, den Toten zu zum Grab zu tragen und dabei sein Gewand zu berühren - meist sind es Männer, die den Toten tragen, wie die Grablegung selbst Aufgabe der Männer ist.

Vor der Grablegung werden die Totengebete gesprochen, die aus einer Folge von Glaubensbekenntnis (Schahada), Gebet der 1. Sure des Koran, Bitt- und Fürbittengebeten bestehen und mit dem Friedensgruß abgeschlossen werden. Danach folgt die Grablegung. Der Tote soll so auf seine rechte Seite gelegt werden, dass sein Gesicht nach Mekka schauen kann. Die Trauergemeinde schließt das Grab, indem sie Erde in die Totengrube füllen; dabei wird Sure 20,55 gesprochen: "Aus ihr [Erde] haben Wir euch erschaffen, und in sie lassen Wir euch zurückkehren, und aus ihr bringen Wir euch ein anderes Mal hervor." Nach der Grablegung versammelt sich die Gemeinde zu einem gemeinsamen Mahl.

Trauerzeiten und Klage über den Toten

Es beginnt eine dreitätige Trauerzeit, in der die Angehörigen Beileidsbesuche abstatten, Gebete sprechen und aus dem Koran rezitieren. In den 40 Tagen nach dem Tod sollen die engsten Verwandten eine aus dunklen Farben bestehende Trauerkleidung tragen. Hochzeiten, aber auch andere Aktivitäten wie der Besuch von Musik- und Tanzveranstaltungen sollen vermieden werden. Diese 40 Tage währende Trauerzeit wird durch ein Essen in der Familie, den Besuch des Grabes und dem Verteilen von Spenden beendet. Nach Ablauf eines Jahres nach dem Tod, dem Ende der offiziellen Trauerzeit, wird dies noch einmal wiederholt.

Fernsehbilder von aufgebrachten Männern im Gefolge eines Trauerzuges zum Friedhof und von laut wehklagenden Frauen legen nahe, dass im Islam eine intensive Totenklage stattfindet. Nach Koran und Tradition jedoch ist den Gläubigen Zurückhaltung in der Klage um den Verstorbenen geboten: "Der Tote wird gestraft für die Klagen, die seine Familie für ihn veranstaltet" - so soll es Mohammed gesagt haben. Und weiter: "Ich habe ihnen verboten zu weinen, aber sie gehorchen mir nicht. Mein Gott, sie sind stärker als ich - oder als wir" (Hadith, überliefert nach al-Buchari). Daraus wird gemeinhin abgeleitet, dass der Islam die Trauer und die Klage über den Verstorbenen als Ausdruck menschlicher Empfindungen akzeptiert und anerkennt, dass der Tod einen Verlust für die Hinterbliebenen bedeutet. Im Vordergrund sollte der jedoch Gedanke stehen, dass der Verstorbene durch seinen Tod einen Schritt hin auf seinem Weg zu Allah gehen kann - und dass die Hinterbliebenen diesen Weg durch Gebete und Fürbitten unterstützen können.

Die Unausweichlichkeit des Todes

Es gibt zahlreiche Stellen im Koran, die von der Unausweichlichkeit des Todes sprechen: "Wo immer ihr seid, der Tod wird euch erreichen, auch wenn ihr in hochgebauten Burgen wäret" (Sure 4, 78). Spätestens mit dem Tod wird offenbar, dass Allah der Schöpfer allen Lebens ist, der einzige Gott. Umso mehr ist der Mensch gehalten, in seinem Leben auf der Erde den Willen Allahs zu befolgen. In einer Sure, die sich auf die Juden bezieht, heißt es: "Sprich: Der Tod, vor dem ihr flieht" - weil die hier angesprochenen Juden insgeheim wissen, dass sie Unrecht tun - "wird euch erreichen. Dann werdet ihr zu dem, der das Unsichtbare und das Offenbare kennt, zurückgebracht, und Er wird euch kundtun, was ihr zu tun pflegtet" (Sure 62, 8).

Der Weg der Seele nach dem Tod

Sehr deutlich trennt der Islam Seele und Körper. Der Körper ist die äußere Form, die das Leben auf der Erde ermöglicht. Er stirbt und wird verwesen. Die Seele aber ist unsterblich.

"Sprich: Abberufen wird euch der Engel des Todes, der mit euch betraut ist. Dann werdet ihr zum Herrn zurückgebracht" (Sure 32, 11). Dieser Todesengel, nach der Tradition mit Namen Izra'il , erscheint zur Stunde des Todes, um die Seele vom Körper trennen. Er führt die Seele zu einem Zwischengericht im Himmel. Hat der Mensch ein Gott wohlgefälliges Leben geführt, wird ihm mitgeteilt, dass ihm alle seine Sünden vergeben sind. Haben der Glaube und die Taten des Menschen vor Gott keinen Bestand, wird die Seele beim Eintritt in den Himmel zurückgewiesen und zum Versammlungsort der Verdammten gebracht.

Nach diesem Zwischengericht wird die Seele in den Körper des Verstorbenen zurück gebracht. Es folgt eine Befragung im Grab; nach der Überlieferung wie folgt:

(1) "Wer ist dein Gott?", (2) Wer ist dein Prophet?", (3) "Was ist deine Religion?", (4) "Wohin zeigt deine Gebetsrichtung?". Kann der Verstorbene die Fragen richtig - im Sinne des islamischen Glaubens - beantworten, wird ihm von zwei anderen Engeln mit Namen Mubashar ("Frohe Botschaft") und Bashir ("Verkünder froher Botschaft") die nun folgende Zeit erleichtert. Sie verheißen ihm auch das spätere Leben im Paradies. Kann der Verstorbene die Fragen jedoch nicht richtig beantworten, muss er bereits im Grab Qualen erleiden, die ihm von den Engeln Munkar ("Das Verwerfliche") und Nakir ("Das Negative") zugefügt werden.

Nach dieser Befragung folgt eine Wartezeit. Sie dauert bis zur Auferstehung am Tag des Jüngsten Gerichts.

Auferstehung und Jüngstes Gericht

Die Seelen erleben die Wartezeit zwischen der Befragung im Grab und der Auferstehung wie in einem schlafähnlichen Zustand. In der Rückschau wird sie jedoch als äußerst kurze Zeit wahrgenommen (siehe Suren 10,45; 79,46 oder 20, 103).

Die Auferstehung beschließt den Kreislauf des Lebens. Gott hat den Menschen erschaffen und ihm das Leben auf der Erde geschenkt, und nach dem Tod wird er ihm aus einem Rest des verstorbenen Körpers einen neuen Körper machen und die Seele wieder mit diesem Körper vereinigen.

Ähnlich der christlichen Tradition ist die Auferstehung der Toten Teil eines endzeitlichen Dramas mit einem Gericht über die Menschen. Der Zeitpunkt ist unbestimmt, wird aber von moralischem Verfall und Naturkatastrophen begleitet sein. Allah als Schöpfer wird dann Richter aller Menschen sein. Ihre Taten sind in einem Buch verzeichnet, sie werden den Menschen verlesen. Gute und schlechte Taten werden auf einer Waagschale gegeneinander aufgewogen, zum Beweis der Verfehlungen treten Zeugen auf. Dabei wird Jesus als Ankläger gegen Juden und Christen erscheinen; Mohammed kann sowohl Ankläger als auch Verteidiger des Menschen sein. Letztlich aber ist es Allahs alleinige Entscheidung, welches Urteil gefällt wird. Dabei hoffen viele Muslime auf die Barmherzigkeit Allahs, denn in sein Belieben ist die Vergebung der Sünden gestellt.

Nach diesem Gericht nimmt ein Engel die Gläubigen und führt sie über eine schmale Brücke. Unter dieser Brücke, die laut Überlieferung schmaler als ein Haar und schärfer als ein Schwert sein soll, lodert das Höllenfeuer. Wer das Gericht nicht bestanden hat, stürzt hinunter, die vor Gott Gerechten jedoch gehen unbeschadet weiter und treten ins Paradies sein, wo Gottes Richterspruch endgültig besiegelt wird.

Hölle und Paradies

Die Hölle ist ein Ort unvorstellbarer Qualen, die im Koran und in den Schriften der Überlieferung facettenreich ausgestaltet sind. Ungläubige müssen dort ewig verbleiben. Muslime, die auf Grund ihrer Verfehlungen das Gericht nicht bestanden haben, dürfen jedoch darauf hoffen, nach einer Zeit, die sie als Strafe in der Hölle verbringen müssen, doch noch ins Paradies einzutreten.

Auch das Paradies wird im Koran anschaulich beschrieben. Es ist ein Ort der Sinnenfreuden, der Leichtigkeit und des Friedens. Vor allem aber ist das Paradies der Ort, an dem der Mensch nahe bei Gott ist. Darin liegt letztlich der Lohn für alle Anstrengungen im Leben auf der Erde.

Der Tod ist für die Muslime also Teil eines Heilsplans, der bereits mit der Schöpfung Gottes angelegt ist. Das Leben auf der Erde beinhaltet automatisch das Ende. Als solches ist der Tod, der das Ende des Lebens auf der Erde bestimmt, aber nur ein notwendiger Übergang - Teil des Weges, nach dem irdischen Leben in der Nähe Gottes zu sein.